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Die sieben Schulfragen des Kaisers
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?iis mittelalterliche Sekteilwesen 225

die Nation im Innersten bewegt, mit dem, was sie anstrebt, was sie für heilsam hält. Bis jetzt scheint dies nicht der Fall zu sein. Wenn sich aber die Regierung die Antworten, die das Berliner Schulparlament ans die Kaiser­fragen gegeben hat, ncüons volvns zn eigen »lacht, dann wird sie Sturm ernte».

Das mittelalterliche ^ektenwesen

ine Idee, die für sich allein bleibt, kann so wenig znr Entfaltung kommen, wir eine abgesperrte Persönlichkeit. Ideen und Per­sonen werden wirksam, man darf vielleicht sagen wirklich, in der Reibung und Wechselwirkung mit andern Ideen und Personen. Sofern die aus einander einwirkeudeu Jdeeu und Personen im Gegensatze zu einander stehen, erscheint ihre Wechselwirkung als Kampf. Und dn keine Idee wie keine Persönlichkeit es vermeiden kann, die bekämpfte Idee oder Person wenigstens teilweise in sich aufzunehmen, wird der Gegensatz in sie selbst hineinverlegt und erschciut als Widerspruch. Daher sagt Hase ganz richtig, der erste Schritt zur Verwirklichung einer Idee sei der Abfall von ihr selbst, und der christliche Jdeenkrcis habe sich diesem allgemeinen Gesetze nicht entziehen können. Um Kirche werden zu können, mußte der Geist des Christen­tums gewissermaßen von sich selber abfallen. Der Geist des Evangeliums ruft deil Menschen znr Abkehr von der Welt und zur Einkehr in Gott. Aber nm diesen Ruf die Jahrtausende hindurch all die Menschheit richten zu können, muß er selber in die Menschheit, in die Welt einkehren, dieser überweltliche und weltslüchtige Geist, muß er sich ein Organ schaffen, eine festgefügte Ge­meinschaft, die in der Welt nicht anders bestehen kann, als nach eben jenen Gesetzen und Gewohnheiten der Welt, die zu bekämpfen er in die Welt ge- kommen ist.

Aus diesem Lebensgesetze begreift sichs, daß das Leben der Kirche einer­seits als ein beständiger Abfall von ihrer eignen Idee erscheint, anderseits als ein beständiges Ringen gegen den Abfall in Reformbewegnng und Sekten­bildung. Zur Gründung neuer Kirchen oder Sekten führt die einseitige Pflege einer einzelnen christlichen Idee, die gerade im Augenblick vom Ganzen der Kirche vernachlässigt wird. Stellt die Bewegung das Gleichgewicht wieder her, indem sie jener vernachlässigten Idee zur Anerkennung oder Bestätigung verhilft, so vollzieht sich eiue Reform, sei es dnrch Verbesserung des großen herrschenden Kirchenkörpers, sei es durch Gründung einer nenen Konfession oder bloß eines nützlichen Ordens. Sondert sich hingegen die Idee von dem