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Rudolf Hildebrands Aufsätze und Vorträge
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Neues von Milhelm Raabe

Kenntnis seiner Muttersprache und ihrer Entwicklungsgeschichte nicht entbehren. Er muß vor allein selbst das gelernt haben, woran er seine Zöglinge besonders gewöhnen soll: den eignen Sprachbesitz als ein geschichtlich gewordenes auf­zufassen und zu betrachten. Wer das versteht, der findet überall Anregung zu fruchtbarem geschichtlichen Denken, das unser Geschlecht so uötig braucht, um sich in seiner Vergangenheit und Gegenwart zurecht zu finden." Die einzelnen Aufsätze Hildebrands enthalten eine Fülle von Beispielen in diesem Sinne; alle sind unmittelbar ans dem Leben gegriffen, einige aus dem engern Leben der Schule selbst. Ein allbekannter einfacher Kinderreim giebt Anlaß zu einem weiten kulturgeschichtlichen Rückblick, an demselben Liedchen entwickelt uns Hildebrand die Grundgesetze des deutschen Versbaues. Dein Sprichwort in der Schule ist eine lehrreiche und anregende Betrachtung gewidmet. Be­sonders hinweisen mochten wir auch uoch auf die beiden Aufsätze über gehäufte Verneinung uud über den vorsichtigen Konjunktiv. Die Überschriften deuten auf strenge der Laie sagt so gerntrockene" Grammatik, und doch wird gerade beim Lesen dieser Untersuchungen jedem klar werden, wie vor­trefflich es Hildebrand versteht, nns zu eifriger Mitarbeit zn zwingen.

Wenn der Verfasferfür solche, denen ein Buch wesentlich unter den bibliographische-? Gesichtspunkt fällt," bemerkt, daß die Sammlung keineswegs eine vollständige sei, so drängt sich uns dabei die vielleicht unbescheidene Frage auf, ob er uns dvch nicht manches vorenthalten habe, für dessen Mitteilung Nur ihm von Herzen dankbar sein würden. Jedenfalls berechtigt uns das Erscheinen einer Reihe von neuen Aufsätzen iu deu letzten Hefteu der Zeit­schrift für den deutscheu Unterricht zu der Hoffnung, daß dieser Sammlung iu nicht allzu lauger Zeit eiu zweiter Band folgen werde.

Neues von Wilhelm Raabe

ls einer der letzten Romantiker ragt Wilhelm Naabe, von den Erzählern seines Alters und seiner Fruchtbarkeit vielleicht der eiuzige, der sich auf der Höhe seiner Kraft erhalten hat, noch immer achtnnggebietend in unser Zeitalter des Wirklichkeits­kultus herein. Seine geistige Kraft scheint unverwüstlich zu sein, seine innere Fortbildung scheint gar nicht abschließen zu wollen, mit jedem neuen Buche, das er in die Welt schickt, ist er immer derselbe alte