Beitrag 
Ein Vorachtundvierziger
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

Gin Vorachtundvierziger

er österreichische Diplomat Gras Alexander yübuer ist zu verschiednen Zeiten viel genannt worden. Zehn Jahre lang war er Botschafter in Paris, nahm in dieser Stellung Mi dem Kongreß nach dem orientalischen Kriege teil, scheint aber von MdeM. was nach diesem Kongreß um ihn vorging, so wenig wahrgenommen zu haben, daß der berühmte ..Nenjahrsgruß" vo» 18o.> ihn und seine Negiernng unvorbereitet traf. Nach dem unglücklichen Kriege Mv ..Polizeiminister" in das nene Kabinet des Grafen Golnchowski berufen, lnm er durch seinen Rücktritt nach zwei Monaten schon in den Ruf emes frei­sinnigen und weitblickeudeu Staatsmannes - beides wohl gleich unverdient. Er hatte es übernommen, mit den .Häuptern der ungarischen Adelsparw nder die Bedingungen der Aussöhnung zu unterhandeln und ihnen, wie es h>. die Wiederherstellung der alten ungarischen Verfassung in Ansstcht gestellt Seme Ministerkollegen aber hielten an dem Gesamtstaatc Osterreich fest, wahrend das von ihm angeratene Zugeständnis damals nichts mehr genützt haben wurde. In den ersten Jahren nach Niederwerfung der Revolution hätte em solcher Schritt vielleicht Erfolg haben können, inzwischen aber war die ^echtv- kontiuuität. d. h. die Anerkennung der Verfassung von 1348. das allgemeine Losungswort geworden, die sogenannte altkonservative Partei war. wie die nächste Zeit darthat, um allen Einfluß im Lande gekommen. Nach langer Vergesfen- heit trat 5)übuer plötzlich als Schriftsteller aus und überraschte die ^delt dnrch eine'bei hohen Jahren ungewöhnliche Reiselust und durch lebeudige Darstellungen aus Amerika. China u. f. w. Schon 1848 hatte er m sem Tagebuch geschrieben, wenn er von fernen Ländern erzählen höre, schwele ihm die Brust; so spät war er dazu gelaugt, sich seinem eigeutlichen Berufe Grenzbvten II 1891