Litteratur
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art Mister gefunden, wenn die n.FvmiLK französischer Lustspiele besprachen wtirden; in den Wiegenden Blättern stand neulich (1891. Nr. 2373. S. 26) unter den Aphorismen: ,,Sein Herz zu verlieren ist die beste Art. zu entdecken, daß man eines hat." Abgesehen aber von solchen Anspielungen nud Beziehungen ans das Müllersche Lustspiel wüßte ich die Redeweise ..Sie hat ihr Herz entdeckt" nnt dem Sinne „Sie hat entdeckt, daß sie liebt" in der gesprochenen Sprache nicht wieder- zufinden. Wir gebrauchen ja oft „Herz" für „Liebe." sagen: „Er hat ein Herz für die Armen" oder: „Ich habe bei ihm kein Herz für die Sache entdecken können." aber niemand fällt es ein. zu sagen: „Er hat sein Herz entdeckt," wenn man ausdrücken will, daß jemand zum erstenmale liebe. Etwas ganz andres ist es natürlich, wenn man von einem, der eine Zeit lang sich selber untren geworden schien, sagte: „Er hat sein Nerz wiedergefnnden." wie Walther Fürst von Rudenz i»> Tell (IV, 2):
Tröstet euch! Er hat sein Herz gefunden, er ist unser.
Ich habe vielmehr den Verdacht, daß der auffällige Ausdruck unsers Lnstspieltitels der Nachwirkung einer Schillerschen Stelle seinen Ursprung verdanke, die aus dem Zusammenhange gerissen weiter getragen wurde:
Wie lang ist es, daß Sie Ihr Herz entdeckten?
So fragt Gräfin Terzkh in den Pieeolomini den Max. Da ist natürlich der Sinn: „Wie lange ist es her. daß Sie Ihr Herz der Geliebten offenbarten?" wie aus Maxens Antwort hervorgeht:
Heut früh wagt ich das erste Wort.
Bekannt ist es, wie häufig „geflügelte Worte" eine äußere Umwandlung erfahren; zuweilen aber unterliegen sie auch Umwandlungen des Sinns, und wenn ich nicht irre, haben wir ein hübsches Beispiel dafür in dem genannten Luflspieltitel. R M
Litteratur
Ans meiner Stndienmappe. Beiträge zur litterarischen ^
Friedrich Spielhageu. Berlin. Allgemeiner Verein für deutsche Litteratur. IL.'i
Gesammelte Aufsätze aus Zeitungen und Zeitschriften. Zu lernen ist, offen gesagt, nicht viel aus dem Buche, die Ästhetik wird nicht dadurch bereichert, die guten Ideen, die Spielhagen ausspricht. sind schon aus seinen ältern ^chnsten bekannt, nnd seine Form ist hier noch mauierirter, noch mehr auf ermüdende ^rette "«gelegt, als in den Schriften seiner jüngern Jahre. Ein Beispiel sur viele. de>» Essay über Berthold Auerbach, der durch Auerbnchs Briefe angeregt ist. sich "ber mit den Arbeiten Karl Frenzels. Erich Schmidts und Jnlinn Schmidts nber dasselbe Buch nicht vergleichen kann, leistet Spielhagen folgendes Satzungehener: