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Geschichtsphilosophische Gedanken. 6
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Das Buch des vi-. Karl Peters

höhern Grad von Glückseligkeit sichern zu können; sollte diese in der Zukunft eine Erhöhung erfahre», so würde sie wahrscheinlich der wiedergewonnenen Einsicht zn danken sein, daß die Alten Recht hatten, wenn sie das Glück nicht von einem zukünftigen Fortschritt erwarteten, sondern in der Zufriedenheit mit dem, was gegenwärtig erreichbar ist, in der Mreg. mocliooriiW suchten.

Aber wie sich einer mich die Weltgeschichte zurechtlegen mag, soviel scheint uns unzweifelhaft zu sein, daß keiner zn einem befriedigenden Ergebnis oder überhaupt zu eiuem Ergebnis gelangen kann, der jener drei Tugenden entbehrt, die die christliche Kirche als die göttlichen preist uud als ihre von Gott ver­liehene Ausstattung sür sich allein in Anspruch uimmt, während sie gern be­kennt, daß ihre Glieder in den übrigen, den sogenannten sittlichen Tugenden von den Heiden nicht selten beschämt werden. Wie könnten wir einen Sinn in der Weltgeschichte finden, wenn wir nicht an eine in ihr waltende Vernuuft glaubten, auf ihren befriedigenden Ausgang hofften und ihre Helden, die Menschen, liebten? Namentlich die Liebe ist unerläßlich. Denn um über die Menschen und ihr Thun und Treiben richtig urteilen zn können, muß man sie doch mindestens kennen. Die Liebe nnn führt freilich oft genug irre, weil sie gern verschönert; aber Haß uud Verachtung versperren die Pforten der Er­kenntnis ganz uud gar, weil der von ihnen Verblendete die Gehaßten und Verachteten keines Blickes würdigt. »

Das Buch des vi-. Karl Meters

von Friedrich Ratzel

nter den großen Neisebeschreibungen unsrer Litteratur ist diese die persönlichste.^) Wir haben eine Masse von persönlichen Neise­beschreibungen, aber sie sind in der Regel umso unbedeutender, je mehr sich ihre Verfasser in den Vordergrund drängen. Bei ernstern und gründlichern Naturen ist es immer mehr Sitte ge­worden, ganz zurückzutreten; man denke an Barth, au Nachtigal, die hinter ihren Schilderungen oft so verschwinden, daß man das Blutleere, Kühle der-

Die deutsche Emin-Pascha-Expedition von Dr. Karl Peters. Mit 32 Voll­bildern und 66 Textabbildungen von Rudolf Hellgrewe in Berlin, dein Porträt des Verfassers nach Leubach und einer Karte in Farbendruck. München und Leipzig, Radvlf A. Oldcn- bourg, 1891.