Beitrag 
Die konservativen Elemente Frankreichs vor der großen Revolution
Seite
353
Einzelbild herunterladen
 

3l>3

so erleuchtet und rechtschaffen sein. Verloren sind ihre Lehren nicht, wen» st.' bei den Neubildungen, deren jede Zeit bedarf, beachtet werden.

Guglias Stil ist nicht überall unanfechtbar, und die vielleicht unbe­wußte Nachahmung Nankischer Wendungen gereicht ihm nicht zum Vorteil weil sie zur Vergleichuug zwingt; ,,im vorhinein" (S. 448) und so manche Satzfügung schmecken ganz und gar uicht nach Rauke. Auch siud weit mehr Druckfehler stehen geblieben, als die Berichtigungen anführen. Dem sachlichen Werte des verdienstvollen Werkes thun diese Mängel der Form keinen Eintrag.

Die Stenographie in der Schule

er Verfasser des AufsatzesDie lateinischen und griechischen Pensa" (in Nr. 49 der Grenzboten vom vorigen Jahre) hat in seinen Ausführungen auch einen Punkt berührt, der bei deu jetzigen Reformbestrebungen merkwürdigerweise kaum einmal ge­streift worden ist, obwohl er einer gründlichen Erörterung würdig wäre, nämlich die Verminderung des Schreibwerkes in den höhern Lehr­anstalten.

Wir leben und es wird oft genug darüber geklagt in einem Papiernen Zeitalter, das Ströme von Tinte über Rollen endlosen Papiers aus­gießt. Unsre verwickelten und vielgestaltigen Knlturverhältnisse verlangen eben gebieterisch das Festhalten der irgendwie beträchtlichen Geschehnisse durch sicht­bare Zeichen, da hinter der Menge dessen, was für kürzere oder längere Zeit unverändert der Kenntuis erhalten werden muß, die Kraft uud Zuver­lässigkeit des Gedächtnisses weit zurücksteht. In mancher Beziehung wird hierin des Guten gewiß zu viel gethan, aber auch bei Beschränkung auf das Uner­läßliche bleibt das Schreibwerk eine schwere Bürde, die wir als ein von der Kultnr verlangtes Opfer entsagungsvoll und gleichmütig zu tragen ge­zwungen sind.

Auch von deu Schuleru der höheru Lehraustaltcu wird die Schreiberei als drückende Last empfunden. Die Beseitigung der griechischen und lateinischen Pensa von diesem Standpunkte betrachtet würde freilich nur geriuge Erleich­terung schaffen, dcuu nicht in den fremden Sprachen muß die Hauptmasse des Schreibwerkes geleistet werden, sondern in der Muttersprache, und bei der scharfen Betonung des Deutschnativnalen in der jetzigen Schulreformbeweguug kann es uicht ausbleiben, daß künftig das Schreiben in der Muttersprache noch

Grenzbote» I 18K1 4b