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Napoleon der Erste und die positivistische Geschichtsschreibung
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Judith Trachtenberg Z15

Unehrlichkeit, der Fälschung und der treulosen Gesinnung anklagt, wie es der Prinz Napolevn gethan hat, so thut man dem Geschichtschreiber sicher Unrecht, Taine steht mit allen seilten Bestrebungen und Arbeiten über allen Parteien und persönlichen Interessen; er hat es verstanden, sich nach und nach bei allen politischen Parteien in Frankreich mißliebig zu machen, und das spricht sicher für seinen ehrlichen Charakter uud seine ehrliche Überzeugung.

Judith Trachtenberg

ine nene Erzählung vvu Karl Emil Franzos, die ans dem ihm vertrauten Boden vonHalbasien", von Galizien spielt, ist von vornherein der Teilnahme großer Leserkreise sicher. Auch da, wo mau sich vvu der Darstelluugsweise des Schriftstellers keine eigentlich ästhetische Befriedigung verspricht, ist man doch über­zeugt, daß ein Stück eigentümlicher, scharfer Beobachtung, charakteristischer Schilderung von Land und Leuten seinen Erfinduugeu zu Gruude liegt, und rechnet ans ein treues Bild verborgner Erdeuwiukel und schwer zugänglicher Häuser. Wer aber eine Reihe der besten kleinern Erzählungen von Franzos und vor allen Dingen den RomanEin Kampf ums Recht" im Gedächtnis hat, wird und darf mehr erwarten, und iu der That gehört auch der Roman »Judith Trachtenberg" «ach der Seite des lebendigen, energischen Vortrages und der sinnlichen Anschaulichkeit zu seinen besten Leistungen. Leider läßt sich den Vorgängen und Menscheu der Erzählung selbst gleichviel ob sie freie Er­findung oder Wiedergabe der Wirklichkeit sind nicht nachrühmen, daß sie ein tieferes Interesse erregten als das, was wir an widerspruchsvoll seltsamen Erlebnissen und unerquickliche« Schicksalen doch auch nehmen müssen. Nach der gegenwärtig proklamirten Anschauung ist es freilich unzulässig, dem dargestellten Leben gegenüber, wenn es nur Leben ist, von Shmpnthie und Antipathie zu sprechen. Doch ein Schriftsteller, wie der Verfasser der BilderAus Halb­asien" nnd des erschütterudeu RomansEin Kampf ums Recht", weiß sehr gut, daß am letzten Ende die Empfinduug nnbesieglich ist nnd, wenn anch nicht über den Kunstwert, so doch über die lebendige, dauernde Wirkuugsfühigkeit jeder Dichtung, ihre Kraft, Sympathie zu wecken, entscheidet. In der von ihm dargestellten tragischen Episode aus dem pvdolischen Leben aber ist fast in allen Gestalten etwas vorhanden, was die reine Teilnahme nicht aufkommen läßt, was