Zur Ehrenrettung Lrnst Theodor Wilhelm Hoffmamis 121
des Übels, das durch die bisherige Gesetzgebung uicht hat beseitigt werden können, nämlich der weiter» Vergrößerung des ohnehin übermäßigen Großgrundbesitzes, Schranken zu setzen. Wäre es den Gutsherren nachgegangen, so hätten wir in Preußen außer ihnen auf dem Lande nichts mehr übrig als proletarische Tagelöhner; sie haben jede Maßregel zu Gunsten der Bauern nnd der Arbeiter als eine Gefahr für die Landwirtschaft und für den ganzen Staat bekämpft. Der Vergleich mit den Ansprüchen des heutigen Großkapitals und der Großindustrie (alle drei Vermögensformen Pflegen bei den mächtigsten Familien vereinigt zu sein) liegt nahe. Der Staat, in dem solche Ansprüche die Oberhand gewinnen, ist verloren. Zur Volksgesnndheit gehört eine möglichst gleichmäßige Verteilung des Besitzes, eine möglichst große Anzahl mittlerer nnd kleiner Besitzer. Damit stehen und fallen der Staat, die Monarchie nnd die Macht des Mvuarchen. Der Nationalreichtnm mag noch so groß sein, befindet er sich in den Händen verhältnismäßig weniger, so steht der Staat ans schwachen Füßen, wie England längst erfahren haben würde, wenn es nicht dnrch seine Lage im Meere der Kraftprobe eines Landkrieges überhoben wäre. Von einer Revolution hat die Monarchie dort am wenigsten zu fürchten, wo die überwiegende Mehrheit des Volkes aus Besitzenden besteht und daher - an der Erhaltung von Ruhe und Ordnung das größte Interesse hat. Bürger und Bauern endlich besorgen zwar gern ihre Gemeindeangelegen- heiten, aber den Staat zu regieren, daran liegt ihnen nichts, während eine grundbcsitzende oder Geldaristokratie sehr wohl die Negierung in die Hand nehmen kann, und der Monarch notwendigerweise zu einem Schatten hcrab- sinkt, wenn einige Dutzend seiner Unterthanen über größere Mittel verfügen als er selbst. Es entspricht demnach uicht allein den Überliefernngen des Hohenzvllernhauses, sondern auch dem richtigen Begriffe des Volkswohls nnd des Staates sonne dem Wesen der Monarchie, wenn unser jetziger .Kaiser die Fürsorge für den kleinen Mann zum Mittel- nnd Angelpunkte seiner Politik macht.
Zur Ehrenrettung Ernst Theodor Wilhelm Hoffmanns
n der „Deutschen Rundschan" sind im vorigen Jahre einige Aufzeichnungen aus dem Jahre Ittkv! über die Franzosenzeit erschienen. Die Redaktion bemerkte zn einer davon, daß die Darstellung hinter Erckinann - Chntrian kaum zurückbleibe. Sie hätte das von beiden sagen können, aber leider gingen auch die Gefühle für Deutschland bei beiden Verfassern kaum über Erckmann-Chatrian hinaus. Erckmanu-Chatriau fühlte sich immer etwas deutsch, sowie sich jener Greuzlwten I 1891 1K