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Die Rembrandt-Ausstellung im Berliner : Kupferstichkabinet. 1
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Ausdrucks, daß daneben fast alle andern bisher betrachteten Schöpfungen ver­blassen. Am Abhang eines mit Palmen und wildem Gestrüpp bestandenen Hügels haben sich Hirten bei ihren Hürden zum Schlaf niedergelegt; schwarzes Gewölk bedeckt den Nachthimmel. Da bricht plötzlich ans den zusammen­geballten Wolkenmassen ein überirdisches Leuchten hervor; erschreckt fährt Vieh nud Mensch empor, die jäh aufgeschenchten Rinder suchen in gewaltigen Sätzen das Weite, einer der Hirten entflieht ebenfalls, während ein andrer gebannt von der himmlischen Erscheinung in die Kniee sinkt, ein dritter sich geblendet abwendet. Aus der Höhle im Hintergrunde eilen, geweckt von dem Aufruhr, noch andre Gestalten herbei: Was ist geschehen? Auf dein Saum einer Wolke tritt, umflutet von deu bleudendcu Lichtstrahlen, in denen sich eine wirbelnde Engelsschar wie Mücken ums Lampenlicht tummelt, in lnngwallendem Weiße» Gewände eine Engelsgestalt hervor, mit unnachahmlich hoheitsvoller Geberde die frohe Botschaft verkündend:Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids!" Dies Blatt verkündet zuerst mit unwiderleglicher Beweiskraft, daß iu Rembrandt eiuer der gewaltigsten Dichter zu uns redet, der mit Zauberkraft auch den nüchternsten Sinn in seine Gedankenkreise zu bannen und zur Höhe seiner Auffassung emporzu- zieheu weiß.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Zur Schulreform. Die Sturmflut der Reformgedanken und Reform- brvschüreu scheint angesichts der mündlichen Verhandlungen, die in Berlin gepflogen werden sollen, noch immer zu wachsen. Und in der That ist das, was Preußen etwa infolge der bevorstehenden Konferenz an seinen höhern Schulen ändern wird, nicht bloß für Preußen von der größten Wichtigkeit, sondern es hat auch Be­deutung für die ander» deutschen Länder, wenn anch gesetzlich die Schule nicht Neichssache, sondern Lnndesnngelegenheit ist. Baiern und Baden haben ja schon im Frühling dieses Jahres in parlamentarischen Verhandlungen nach mehreren Seiten hin den weitreichenden Einfluß der preußischen Reformbestrebnngen an­erkannt. Über die Personen, die Preußen zu den Konferenzen zu berufen im Be­griff ist, beobachtet man mit gntem Grnnde eine völlige Schweigsamkeit; jeder einzelne- Name kann Gegenstand einer neuen unerwarteten Entschließung werden. Sicher wird man ganz verschiedne Lebensstellungen zur Kritik des bestehenden hohem Schulwesens herbeiziehen. Wie man den Kranken über das, was er an seinem leidenden Körper empfindet, gern ausfragt, aber weder seine Theorien noch auch seine Meinungen über die besten Heilmittel gegen sein Leiden hoch anschlagt,