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Line Erzählung von Sophus Bauditz Übersetzt von Therese Lorck
s war an einem Winterabend in den filnfziger Jahren, oder richtiger gesagt, in einer Winternacht, denn die Uhr hatte schon, wie man sagt eins oder das andre geschlagen. Ich hatte bei einem Kameraden L'hombre gespielt — es war in meinen ersten Stndentcnjahren — und ging nun in starker Kälte und Schnce- stnrm durch Kopenhagens Straßen heim.
Ab und zu kam ein starker Windstoß, und dann kreischten die Schilder in ihren Angeln, und die Scheiben in den Laternen klirrten, sonst hörte man keinen Laut und begegnete keinem Menschen, den Wächter ausgenommen, der es vermutlich zu kalt fand, in einem Kellerschlund zu schlafen.
Ich war deshalb nicht wenig erstaunt, plötzlich ein lnntes Sprechen an einer der nächsten Hausthüren zn hören. Sei so gut uud komm herein, die Thür ist auf! erklaug es, und einen Augenblick später wurde hinzugefügt: Na, herein mit dir! Soll ich dich vielleicht beim Schöpfe nehmen und die Treppen hinauftragen, du Köter!
Neugierig, zu sehen, wer es wäre, der seiner Gastfreiheit auf diese etwas eigentümliche Weise Ausdruck gab, ging ich auf die andre Seite der Straße und erblickte einen jungen Mann, der einen großen schwarzen Hnnd ins Haus hiuciu bekomplimentirte. Indem er eine Wendung machte, fiel der Schein der nächsten Laterne auf sein Gesicht, und ich sah nun, daß es Oluf Blau war, „Blau, der Nabob," wie er gewöhnlich genannt wurde. Ich hatte bisher kaum eiu paar Worte mit ihm ausgetauscht, aber obgleich er einige Jahre älter war als ich, waren wir doch gleichzeitig Studenten geworden, und jeder aus diesem Jahrgange kannte ihn wenigstens dem Namen nach oder von Ansehen. Außerdem ist es ja ciue Thatsache, daß, gleich wie Krieg, Pestilenz und andre Landplagen, so auch starke Kälte und Schneesturm, namentlich zur Nachtzeit, die Eigenschaft haben, Menschen, die sich sonst gänzlich fremd sind,