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Hundert Jahre Zeitgeist in Deutschland
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(Grenze iiberschreilet, unbeschadet dessen, daß die. beiden andern Pnnlte in hoher Vollendung vorhanden sein können. Jede hochgradig erregte Zeit hat stets an die Kunst dieselbe Anforderung gerichtet, sich ihr zn Diensten zu stellen. Soweit sie eS that, ward sie gepriesen, wo sie sich weigern mußte, ward sie vernnglimpft und ihren Jünger» das Verharren im Jdealbereich als kühle Ablehnung und Vornehm- heil vorgerückt. Der künstlerische Idealismus muß sich das gefallen lassen. Er kann eher zugeben, daß es Zeiten giebt, in denen die Knust verkümmern muß, als daß sie ihr Wesen zur Erscheinung bringen könne, wo ihr der Boden dadurch entzogen wird, daß ihr zngemntet wird, sich in das sittlich und ästhetisch Beleidigeude einzupferchen, statt von demselben zu befreien. Freilich giebt es auch auf diesem Gebiet Affektation und Schein. Nervenschwäche, Zimperlichkeit, Ziererei, Kouvenienzlüge und Modegeschmack können mit ihren Ansprüchen die Maß­stäbe für das, was als sittlich und ästhetisch beleidigend zn gelten hat, fälschen. Diesen falschen Rücksichten gegenüber, in die. verfallen werden kann, ist derjenige im Vorteil, der die absolute Rncksichts- nnd Zwanglosigkeit proklmnirt, denn er ist dann jedenfalls auch der falschen Rücksichten enthoben. Nur darf er daraus nicht das Recht ableiten, die Richtung zu verlästern, welche dieser Verschnörkeluug des Geschmacks statt mit dem Nnmnß mit dem Prinzip des Maßes nnd der innern Wahrheit nnd Einfachheit entgegenstrebt.

Wir haben bezüglich des Verhältnisses der sogenannten naturalistischen Schnle zur Wirklichkeit, zur Gesamtheit unsers Lebens von Duboe wesentlich abweichende Ansichten, aber sie fallen gegenüber der gesunden Sachlichkeit seiner Schlußergebnisse hier nicht weiter ins Gewicht. Und wie in der berührten Frage, wird der aufmerksame Leser noch an zahlreichen andern Stellen des Buches ein wohlthuendes Gefühl haben, wie es durch ehrlichen Ernst nnd reife Bildung immer erweckt wird. Auch wer politisch nnd religiös auf durchaus anderm Boden steht, als Julius Duboe (und das dürfte bei den meisten Lesern der Grenzbvten der Fall sein), wird vor dem Wahrheitsdrange nnd dein selbst­losen Aufgehen im Allgemeinleben nur die entschiedenste Achtung hegen und wo er vou den Untersnchnngen und Erörterungen des Versasfers nicht über­zeugt wird, sich doch gefesselt und zu eignem Nachdenken über den Zeitgeist angeregt fühlen.

Neue ^Fotogravüren

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or einiger Zeit war ich in der angenehmen Lage, den Lesern der Grenzboten die Bekanntschaft einer Anzahl vorzüglicher Er­zengnisse der neuesten Rndirungskunst zu vermitteln, uud ich sprach damals die Hoffnung aus, nächstens auch von neuen Photogravüren Nachricht geben zu können. Indem ich heute dieses Versprechen erfülle, möchte ich zunächst auf einige von den Kunst­werken hinweisen, die im Verlage einer der berühmtesten französischen Firmen