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Ein kleinstaatlicher Diplomat aus der Zeit des deutschen Länderhandels
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Gin kleinstaatlicher Diplomat

aus der Zeit des deutschen Länderhandels

Mitgeteilt von Aarl Schwabe

er deutsche Länderhandel, wie er sich in der Zeit vom Frieden zu Luneville (9. Februar 1801) bis zum Reichsdeputations- hauptschluß (25. Februar 1803) abspielte, bildet eines der trau­rigste!? Blätter unsrer vaterländischen Geschichte. Doch denkt man, weun es sich um diesen Schacher handelt, gewöhnlich nur an alle die nichtswürdigen Mittel, wodurch die Gesandten der hervorragenderen deutschen Mittel- und Kleinstaaten sich in Paris selbst die Vertreter der fran­zösischen Republik geneigt macheu wollten; von den Mühen und Nöten der harmloseren ganz kleinen Fürsten und Grafen, deren Arm oder Beutel uicht bis Paris reichte, höreu wir selten. Und doch wird gerade durch eine Dar­stellung ihrer Kämpfe das trostlose Zeitbild in charakteristischer Weise vervoll­ständigt. Selbst für diese wenig bemittelten Herren war nämlich, wenn auch in viel beschränkterer Weise, immer noch etwas zu machen, wenn sie nur einen geschickten Vertreter zur Neichsdepntation entsenden konnten; denn wurde auch das Geschäft im großen zu Paris abgeschlossen, so blieb doch für den Einzel­handel in Negensburg immer uoch etwas übrig. Einer von diesen wenig be­mittelten Neichsständen war Graf von Wartenberg; auch er hatte durch den Frieden von Luneville, der das linke Rheinufer Frankreich zuerkannte, seine kleine Grafschaft in der Nheinpfalz verloren und war, wie seine von gleichem Geschick betroffenen Standesgenossen, mit seinen Entschädigungsansprüchen auf die noch zu säkularisireuden geistlichen Besitzungen auf dem rechten Rheinufer verwiesen worden. Als Vertreter dieses Grafen von Wartenberg bei der Reichsdeputation wirkte Jvh. Friedr. Knapp"), Negierungsrat des Grafen von Erbach i. O., eines Schwagers von Wartenberg. Über seine Thätigkeit in der Wartenbergischen Angelegenheit berichtet nun Kuapp, wie folgt:

Geboren 1776 zu Erbach im Odenwald, anfänglich in Diensten des Grafen von Erbach-Erbach, dann nach Mcdiatisirung der Grafschaft Erbach in grvßherzoglich hessischen Diensten, gestorben als Geheimer Staatsrat in Dcmnstadt 1843.