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Noch einmal das Sozialistengesetz
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Ei" englisches Urteil über die deutschen Bestrebungen in Uswfrika

Agitation klar machen werde. Man werde dann die nötigen Schranken wieder ziehen können, ehe es zu spät sei. Gewiß, weder das deutsche Reich noch der preußische Staat werden über der sozialistischen Bewegung zu Grunde gehen. Das Schicksal beider wird von einein starken Arm gelenkt, und nur haben noch Gesetze, die im äußersten Notfall in Anwendung gebracht werden können; die Perspektive ans diese Gesetze hat Minister Herrfurth iu uicht mißznversteheuder Weise im Reichstag eröffnet. Aber von dem Beginn der Zuchtlvsigkeit bis znr Anwendung der - erwähnte» Notgesetze ist ei» gefährlicher Weg zurückzulegen, doppelt gefährlich für zwei Klassen von Personen. Vor allem für den Arbeiter, der mm wieder allen Hetzereien und Wühlereien ohne jeden Schutz ausgesetzt ist. Wie der Arbeiter durch solche Einwirkungen widerstaudslos beherrscht wird, hat »och jüngst dieKölnische Zeitnng" in einem sehr beachtenswerten- Artikel gezeigt, worin sie als den größten Feind des Arbeiters den Arbeiter selbst schilderte. Die andre Klasse von Menschen aber, für die die Übergangszeit größere Bedenken mit sich bringt, sind die Behörde», die der sozialdenwkratischen Bewegung zunächst gegenüber stehen, insbesondre die Polizeibehörden; diese werden einen sehr schweren Stand bekommen. Man wird nach wie vor von ihnen verlangen, daß sie für Ruhe und Ordnung einstehen sollen, obwohl ihnen eins der wirksamsten Mittel znr Erfüllung dieser Forderung entzogen ist. Sie werden natürlich mit demselben Eifer und derselben Bernfstreue den Kampf für die bürgerliche Ordnung weiter führen wie bisher; was aber alles uach deut 1. Oktober eintreten wird, kaun der aufmerksame Beobachter schon jetzt zur Genüge wahrnehmen. Hoffentlich wird deu Polizeibehörde» dan», wenn sie nicht mehr das leisten können, was sie möchten, eine mildere Beurteilung zu teil werden, als sie ihnen wegen der Handhabnng des Sozialistengesetzcs vielfach zu teil geworden ist.

Gin englisches Urteil über die deutschen Bestrebungen

in Ostafrika

nter dem TitelDeutsche Bestrebungen in Ostafrikn" ist in: Maihefte von Blackwoods I^iinbuigli NsAa-imo ein Aufsatz er­schienen, der sich, wie es im Eingänge heißt, die Aufgabe gestellt hat, dem englischen Publikum über die deutsche Politik iu Ost­afrika die Augen zu öffueu uud nachzuweisen, daß zwischen den so oft wiederholten Bersichernngcn der dentschen Regierung, freundliche Be­ziehungen mit England unterhalten zu wvtteu, nnd ihrem thatsächlichen Vor­gehen in jeueu Gegenden der schroffste Widerspruch bestehe.