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Die Abkürzung der Militärdienstzeit
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Die Abkürzung der Militärdienstzeit

ie Abkürzung der unter der Fahne zuzubringenden militärischen Dienstzeit spielte in dein Wcihlnufrnf einer unsrer redelustigsten und redefertigsteu Parteien eine solche Rolle, daß man sicher sein kann, diese Frage sehr bald in den Verhandlungen des Reichs­tages auftauche« zn sehen. Sie gehört zu den vielen Dingen, denen ein gewisser Zanber als Wahlschlagwort nicht abzusprechen ist, denn man kauu es mn Ende keinem Menschen verdenken, wenn er auf Erleichterung der nachgerade drückenden militärischen Lasten sinnt wohlgemerkt auf eine Erleichterung ohue gleichzeitige Schwächung der Wehrkraft unsers Volkes. Es wird daher nicht ohne Interesse sein, die Frage schon jetzt einer Betrachtung zu unterziehen. Wie sich die oberste Heeresleitung dazu stellt, ist dem Verfasser völlig unbekannt. Wenn man den Versicherungen eines Teiles der Tagespresse die französischen Zeitungen begauneu den Neigeu Glauben schenken dürfte, so hätten in dem Kreise der angesehensten Generale des Heeres dahinzielende Besprechungen stattgefunden- Es ist aber Grund zu der Annahme vorhanden, daß der Wunsch in diesem Falle, wie so oft, der Vater des Gedaukeus gewesen und daß wenigstens die Regieruug nicht gesonnen sei, die Sache einzuleiten.

Welche Vorteile würde die Abkürzung der Dienstzeit von drei auf. zwei Jahre haben? Sie würde, weun man die jährlich eiuzustelleude Quote uicht erhöhte, ohne Zweifel eine bedeutende Entlastung des Budgets bringen, da Man an Stelle der bisherigen drei immer nnr zwei Mannschaftsjahrgänge unter der Fahne hielte, d. h. statt 510000 nur 340000 Mann zu bezahlen hätte. Damit träte natürlich keine Verringerung der Gesamtkriegsstärke der Armee ein. Die zweijährige Dienstzeit würde so gut wie die dreijährige jedes Jahr einen ausgebildeten Jahrgang liefern. Eine Verringernng darf auch nicht eintreten, wenn wir unsern Nachbarn gewachsen bleiben wollen.

Daraus ergiebt sich aber unmittelbar die Unmöglichkeit, unsre Kadres zu schwächen. Sie sind schon jetzt ans das geringste Maß zurückgeführt; verengerten wir durch Verkleinerung der Zahl der Berufsoffiziere, Unteroffiziere u. s. w. den festen Rahmen des Heeres noch mehr, so wäre mit Sicherheit voraus­zusehen, daß dieser Rahmen in dem Augenblicke des Übergangs auf deu Kriegsfuß die dann in ihn strömenden ungeheuern Massen nicht zu fassen vermöchte

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