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Drei Briefe Bismarcks an Kaiser Wilhelm I.
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Lino Reichstagsphantasie

uüch zn den höchsten staatsmännischen Ehren erhoben hat, vermag ich das Bedauern, ahnliche Stufen nicht als Soldat mir erstritten zu haben, nicht ganz zu unterdrücken. Verzeihen Eure Majestät am Heiligen Abend einem Manne, der gewohnt ist, an christlichen Gedenktageil auf seine Vergangenheit zu blicken, diese Aussprache persönlicher Empfindungen. Ich wäre vielleicht ein unbrauchbarer General geworden, aber nach meiner eignen Neigung hätte ich lieber Schlachten für Eure Majestät gewouueu, wie die Generäle, die das Denkmal zieren, als diplomatische Kampagnen. Nach Gottes Willen und nach Eurer Majestät Gnade habe ich die Aussicht, in Schrift und Erz genannt zn werden, wenn die Nachwelt die Erinuerung an Eurer Majestät glorreiche Regierung verewigt. Aber die herzliche Anhänglichkeit, die ich, unabhängig von der Treue jedes ehrlichen Edelmannes für seineu Lcmdeshcrrn. für Eurer Majestät Person fühle, der Schmerz und die Sorge, die ich darüber empfinde, daß ich Enrer Majestät nicht immer nach Wunsch lind nicht mehr mit voller Kraft dienen kann, werden in keinem Denkmal Ausdruck finden können; und doch ist es nur dieses persönliche Gefühl in letzter Instanz, welches die Diener ihren, Monarchen, die Soldaten ihrem Führer, auf Wegen wie Friedrich II. und Eure Majestät nach Gottes Ratschluß gegangen sind, in rücksichtsloser Hingebung nachzieht. Meine Arbeitskraft entspricht nicht mehr meinem Willen, aber der Wille wird bis zum letzten Atem Eurer Majestät gehöreu.

vvu Bismarck

Line Reichstagsphantasie

er sich vorurteilslos die parlamentarische Entwicklung unsers Volkes betrachtet, der wird die eigentümliche Thatsache erkennen, daß das Ansehen des Reichstags, das Interesse für ihn in dem Grade gesunken ist, als das an den Wahlen gestiegen ist. Fast alle Parteien, jede auf ihre Art, sind nicht mit den Einzel- leistuugen des Reichstags, das deutsche Vvlk nicht mit seiner Gesamtleistung zufriedeu. So auf der einen Seite. Auf der andern ist die Wahlbeweguug lauter, oft wilder lind unsittlicher geworden, die Leidenschaften sind unver­hältnismäßig geweckt und gesteigert wurden. Das läßt sich bei den letzten drei Wahlen deutlich beobachten, so verschiedene Ergebnisse sie auch zeigten. Die von 1884 und 1800 brachten ein Überwiegen der Linken nnd des Zentrums, die vou 1887 der Liberalen und der .Konservativen, Thatsachen, die nmsomehr