45,2 Tchlieinauns Ausgrabungen und Ägypten
Paragraphen nachträglich leicht finden. Fehlt eS aber an jenen Eigenschaften, dann können alle Paragraphen nichts helfen. Zum richtigen Kvrporativnsgeiste können sie es vvrlänfig schon deswegen nicht leicht bringen, weil sie ihre Kräfte in Dutzenden von Vereinen zersplittern. Und die freisinnige Presse befördert diese unnatürliche Auseinanderreißung des Zusammengehörigen nach Kräften, indem sie unablässig den Satz predigt: Es giebt keiue Stände mehr. Welcher Unsinn! Als ob der Arzt, der Müller und der Schornsteinfeger dadurch, daß sie vor Gericht nnd in der Staatsversassung gleichgestellt werden, aufhörten, Arzt, Müller und Schornsteinfeger zu sein!
^chliemanns Ausgrabungen und Ägypten
m achten Jahre der Regierung Rhamses des Dritten drohte dem alten Äghpteu eine große Gefahr. Nachdem das Land schon seit Jahrzehnten durch die Einfälle fremder, bis dahin unbekannter Völkerschaften beunruhigt worden war, kamen damals (im dreizehnten Jahrhnndert v. Chr.) neue Gerüchte vvn einem feindlichen Heer nnd einer großen Flotte, die sich vvn Norden her dem Nile näherte. Der erste Stoß der Augreifer traf das Chetareich im nördlichen Shrieu. Wenige Menscheualtcr früher hatten noch die Cheta den Eroberuugsgelüsten Rhamses des Zweiten, „des Grvßen," nicht vhue Erfolg widerstanden. Vor dein Austurm dieser Völkerwanderung brach ihr Reich zusammen. Denn nicht ein Raubzug, eiue wirkliche Völkerwanderung war es, was damals vvn Nvrdcu mich Süden drängte. Es waren „die Völker, vie vvn ihre» Inseln im grvßen Meere gekvmmen waren" und die nuu, wie die äghptische Inschrift sagt, das Land bis zur Vernichtung heimsuchten, mit Nnder- und Segelschiffen am Strande hinfahrend, ans schwerfälligen Ochsenkarren zu Lande Weib und Kind mit sich führend: die Schardnna, Dancmua, Turuscha, Schakaruscha und andre Stämme. Nach der Niederwerfung der Cheta war das reiche Nilland ihr Ziel. Aber schvn hatte der Pharav seine Kriegsmacht zusammengezogen nnd rückte den Feinde» mit zahlreichen Schiffen und einen» starke» Heere bis a» die Ostgreilze seines Reiches entgegen. Die Schlacht wurde zu Wasser uud zu Lande geschlagen und endete mit der Niederlage der Angreifer.
Seit dem Bekanntwerden der grvßen Inschrift im Tempel vvn Medinet- Habn, mv Rhamses der Dritte seinen Sieg dnrch Schrift u»d Bild verherrlicht