Die Sozialdemokratie auf dem Sande
und die evangelische Airche
Ans Hessen
ie Nachrichten über die Ergebnisse der letzten Reichstagswahl haben gewiß bei allen Freunden des Vaterlandes tiefes Bedauern erregt. Im Vordergrunde des Interesses stehen natürlich die Erfolge der Sozialdemotraten. Nicht bloß in den Städten haben sie immer weitere Kreise der Bevölkerung mit ihren tollen Ideen angesteckt, sondern auch ans dein platten Lande, das ihnen sonst verschlossen war, sind sie mit ansehnlichen Ziffern aufgetreten. Es liegt in dem Evangelium der Sozialdemokratin ein wunderbarer Zauber für die Faulen, die Leichtsinnigen, die Zurückgekommenen, nnd an soleheu fehlt es auch auf dem platten Lande nicht.
Der unsinnige Kleiderluxus, das kostspielige Wirtshausleben, dem auch das Landvolk mit jedem Jahre mehr verfallt, der Leichtsinn in der Eheschließung und bei andern wichtigen Geschäften haben seit zwanzig Jahren eine allmähliche Verarmung weiter Kreise unsrer Landbevölkerung znr Folge gehabt. Statt sich nach der Decke strecken, will es jeder dem andern zuvorthun, sucht er andern und sich seine wahre Lage zu verheimlichen; er verfällt dem Wucherer, der ihn nach einigen Jahren kaltblütig abschlachtet und aus dem Hause wirft. So gehen ganze Dörfer, ganze Gegenden zu Grunde. Wer dann solche auf die Straße geworfene Proletarier zu seiner Gefolgschaft haben wird, läßt sich laicht voraussehen.
Es ist eine Lebensfrage für unser Land, daß der kleine und mittlere Bauernstand, der eigentliche Kern des Volkes, der mit seinem srischen Blute "uch den andern Ständen immer wieder neue Kräfte znsührt, in seinem Be
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