Litteratur
Deutscher Geschichtskalender für 1889. Erster Band. Von v. Karl Wippermaun.
Leipzig, F. W, Grnnow, 1389
Eine sachlich geordnete Znsamnlenstellung der wichtigsten politischen Vorgänge im In- nud Auslande, ist diese fleißige Arbeit wohl das beste in seiner Art und Zeitungsarbeitern wie Zeitungslesern in ihrer Reichhaltigkeit nnd Unparteilichkeit als fast unentbehrliches Nachschlagebuch angelegentlich zu empfehlen. Sie ersetzt in der That jede Mappe mit Ausschnitten aus der Preßthätigkeit während der Zeit vom Geffckenschen Prozesse bis gegen Ende Mai vorigen Jahres nnd giebt über alle Politischen Fragen derselben, soweit die Quellen des Verfassers reichen, genügende Auskunft. Erhöht wird ihr Wert für die, die sich rasch unterrichten wollen oder schnell das Nächstliegende Material zur Darstellung der Anfänge eines Gegenstandes oder zu einer Beurteilung desselben zur Hand haben müssen, durch das Personen- uud das Sachregister, die dem Werke beigegeben sind. Wir wünschen dem Unternehmen besten Fortgang nud hoffen, recht bald den zweiten Band zu sehen.
Preußische Geschichte von William Pierson. Fünfte, verbesserte und vermehrte Auflage. Berlin, Gebrüder Pnetel, 1389
Dieses populär, d. h. für den gebildeten Laien geschriebene Werk erschien zuerst vor ungefähr fünfundzwanzig Jahren, nud wenn jetzt wieder eine neue Auflage nötig geworden ist, obwohl es inzwischen nicht an ähnlichen Behandlungen desselben Gegenstandes gemangelt hat, so begrüßen wir sie als erfreuliches Zeichen, einmal dafür/ daß der Sinn für geschichtliches Wissen sich seit dem Eintritt der Deutscheu in das politische Leben besser als früher entwickelt hat, dann dafür, daß die patriotische Anffassuug und Behandlung, die der Verfasser neben guter Keuutuis und Darstelluugsgabc zu seiner Arbeit mitbrachte, weite Ausbreitung gefnudeu hat. Wie in den frühern Auflagen, so ist auch in dieser der Text mit Berücksichtigung des heutigen Standes der wissenschaftlichen Forschung au mehreren Stelleu ergänzt und berichtigt und die Darstellung der neuesten Zeit, bei der freilich die Ergebnisse der Sybelschen Studie» noch nicht benutzt werden konnten, hinzugefügt worden. Deni zweiten Bande ist eine historische Karte von Kiepert beigegeben.
Geschichte der modernen Kunst. Bon Adolf Rosenberg. 3 Bände. Leipzig,
F. W. Grnnow, 1339
Wer in dem meist mit ebenso viel Erregung wie Gedankenlosigkeit geführten Meinungsstreit über Ziel und Wert nusrer zeitgenössische» bildenden Kunst einen Halt suchte, einen Führer, der mit sachlicher Ruhe jeder neuen Erscheinung ans diesem Gebiet ihren richtigen Platz anzuweisen verstünde, sodaß sich das verwirrende Bild unsers Kunstlebens in wohlgeordnete Gruppen löste und klärte — wer dieses