Vuckle und Darwin
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ie kommen die beiden zusammen? Darwin, den jedes Kind kennt, der die Naturwissenschaft uud die Geschichte beherrscht, die Moral, die schöne Litteratur, die Sozial- und sonstige Politik beeinflußt, und Nuckle, der nie populär war, und dessen „Geschichte der Zivilisation in England," obwohl ihre deutsche Übersetzung 1881 die sechste Auflage erlebt hat, auch in den Kreisen der Gebildeten selten erwähnt wird? Weil sie zu einander gehören, als Vertreter zweier einander ergänzenden Lebeusnnsichten, Ihre Gedankenkreise lagen zu weit aus einander, als daß sich ein lebhafter Verkehr zwischen ihnen hätte entspinnen sollen. (Die kürzere Lebenszeit Vuckles, 24. November 1822 bis 29. Mai 1862, wird von der lüngern Darwins, 12. Februar 180» bis 19. April 1882, umklammert.) In dem Werke „Leben und Briefe von Charles Darwin" wird folgende Anekdote über eine persönliche Begegnung beider in Gesellschaft berichtet. Buckle sprach ohne Unterbrechung, und der bescheidne Darwin ging schließlich fort, ohne ein einzigesmal zu Worte gekommen zu sein. Als er hinaus war, sagte Buckle: „Mr. Darwins Bücher sind viel besser als seine Unterhaltung." Bei dieser Gelegenheit wird auch die allen reichen Leute» sehr zu empfehlende Art mitgeteilt, wie Buckle Stoff sammelte. Er kaufte alle Bücher, die er benutzte, und entwarf beim Lesen ein Verzeichnis der wichtigsten Stellen. Da machte denn später die Ausrüstung seiner Schriften mit Belegen wenig Mühe. In demselben Werke kommen drei Urteile Darwins über Buckle vor. In seiner Selbstbiographie schreibt er: „Meiner Meinung nach war das Buch ^die Geschichte der Zivilisation^ interessant, auch habe ich es zweimal gelesen; ich bezweifle aber, daß seine Verallgemeinerungen irgend welchen Wert haben." Und in einem Briefe an Hooker 1858: „Der große Buckle hat mir nicht sehr imponirt. Ich lese jetzt sein Buch, das, wie mir scheint, mit viel Sophistik, wunderbar geschickt und originell und mit staunenerregenden Kenntnissen geschrieben ist." Dagegen 1862 (Adressat unbekannt): „Haben Sie Buckles zweiten Band gelesen? Er hat mich in hohem Grade interessirt. Ich kümmere mich nicht weiter darnm, ob seine Ansichten richtig oder falsch sind, doch scheinen sie mir Wahres zu enthalten, nnd meinem Geschmack nach ist er der beste Schriftsteller, der je in englischer Sprache geschrieben hat."