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Karl Phillipp Moritz als Romanschriftsteller
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Linst und Jetzt

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Zweiflers,"Die letzte Freistndt des Weisen,"Das Edelste in der Natur," Das menschliche Elend,"Rede über die Vereinfachung der menschlichen Kennt­nisse."Sind nicht die Gedanken des Menschen, womit er die Ordnung und Harmonie in der ganzen Nntnr bemerkt, das Edelste in der ganzen Natur!""') Dieser Ausruf kennzeichnet den letzten Moritz.

Wenn es ein allgemeiner Satz ist, daß zwischen dem Charakter eines be­deutenden Menschen und seinen Geistesschvpfungen ein Zusammenhang herrscht, und daß wir nicht die Werke lieben können, während uns der Lebende selbst abstößt, so kann dies in hervorragender Weise ans Moritz angewendet werden. Wie schon erwähnt, dürfte an Moritzen das eigenste persönliche Wesen im allgemeinen mehr interessiren als irgend ein objektiv gehaltenes Produkt seiner Feder. Wie bedeutsam ist es da, daß unser Held nicht bloß im Denken, sondern auch im Thnn den Standpunkt der Ungebnndenheit überwand, daß er eine glückliche Eutwicklung durchmachte, die ihn von exzentrischen Eigentümlichkeiten befreite nnd zu einem reifen Geiste stempelte! Und wie erfreulich ist hierbei das Urteil des kundigen Wilibald Nlexis, Moritz seimehr als der kapriziöse Sonderling, zu dem ihn seine nächsten Umgebnngen in Berlin machen wollten," gewesen!°"°) Alexis ergänzt dadurch das schlichte Zeugnis, das Klischnig dem dahingeschiednen Freuude giebt:Er war bei vielen Launen, Sonderbarkeiten und Gebrechen ein wahrhaft guter Mensch."

Linst und )etzt

Betrachtungen bei Gelegenheit der Münchener Iahresausstellung von Max Zimmer mann

(Schluß)

inst und Jetzt! Wann war denn das Einst, das nur dem Jetzt entgegengestellt haben? Es ist wohl schon lange her, denn die Kluft ist ja eine wahrhaft ungeheure. Graf Schack hat seine Bildergalerie, aus der wir die Beispiele genommen haben, in den sechziger Jahren zusammengebracht. Nicht möglich! Und doch wahr. Seit dem großen französisch-deutschen Kriege, sreilich nicht nur im Zusammenhange mit ihm allein, ist ein vollständig neuer Geist aufgekommen.

") Lcumeu und Phantasien, S. 45.

Ju Prutz' Literarhistorischem Taschenbuch 1347 (5. Jahrgnnc,).

Grenzboten IV 1889

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