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Die Justizorganisation von 1879 in ministerieller Beleuchtung :
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Vorurteile ans dein Gebiete der Sprachen

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Der Bericht hat gleichwvhl die Zeit nvch nicht für gekommen erachtet, an die Zivilprozeßordnung bessernde Hand anzulegen. Zur Erläuterung dient vielleicht ein kleines Bekenntnis, das in dem Berichte selbst sich findet. Der Herr Minister sagt, die Rückgängigmachung der Kassentrcnuung von den Gerichten (deren Mißstände der frühere Bericht als bereits überwnnden be­zeichnet hatte, die aber dann doch nicht aufrecht erhalten werden konnte) fei für ihn ein schwerer, nur durch die äußerste Notwendigkeit abgedrnngener Schritt gewesen. Warum aber brauchte es für einen wohlwollenden Staats­mann, was doch ohne Zweifel Herr von Friedberg ist, ein schwerer Schritt zu sein, einen argen Mißstand, der vielen Menschen zur Qual gereichte, aus der Welt zu schaffen? Ohne Zweifel wurde er ihm nur deshalb schwer, weil es bei vielen als ein Grundsatz der Staatsweisheit gilt, eine einmal getroffene Einrichtung, anch wenn sie sich als von Hans ans verfehlt erweist, doch so lange wie möglich aufrecht zu halten. Vielleicht ist aber doch ein Staatsmann noch größer, der den Mut hat, sobald es das öffentliche Wohl erheischt, einen verfehlten Schritt ohne Säumen zurück zu thun.

Schäden des Staatslebens lassen sich mit Krankheiten vergleichen. Es giebt Krankheiten, die man vhne Gefahrdilatorisch" behandeln kann. Es giebt aber auch solche, die, wenn der Arzt nicht zeitig eingreift, unheilbar und für den Kranken verderblich werden. Ich fürchte, daß der Zustand unsers Prozesses eiue Krankheit dieser Art sei. Es ist traurig, wenn in einem solchen Falle der berufene Arzt sich nnd andre über die Schwere des Leidens hinwegtäuscht.

Übrigens könnte man an der Art und Weise, wie mit dieser Zivilprozeß­ordnung das deutsche Volk in seinen heiligsten Interessen getäuscht worden ist, auch für andre Fälle etwas lernen. Ob es geschehen wird, steht freilich dahin.

Vorurteile auf dem Gebiete der sprachen

ei dem lebhaften Interesse, das man heute einer Schulreform entgegenbringt, ist es uicht zu verwundern , daß sich allmählich eine sehr umfangreiche Litteratur über diesen Gegenstand gebildet hat, und daß man in ihr den allerverschiedensteu, manchmal auch den allerseltsamsten Ansichten begegnet. Gewisse Schlagwvrter werden, besonders wenn sie von großen Männern herrühren, sehr häufig dabei als unwiderlegbare Wahrheiten hingestellt, alsAxiome," an denen zu rütteln Greuzbvten IV l»89 17