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Die Justizorganisation von 1879 in ministerieller Beleuchtung
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Die Schicksale der Marienlnn'g

das Einkommen der Gerichtsvollzieher einen Blick werfen, so finden wir, daß nnr etwa ein Drittel derselben ö!!8 nicht ganz das geringste richter­liche Einkommen (2400 Mark) bezicht, daß dagegen die übrigen zwei Drittel sich eines Einkommens erfreuen, das durch alle Stufen hindurch mit dem der Richter Schritt hält und in der höchsten Stufe sogar den Gehalt eines Ober­landesgerichtspräsidenten (l0(X>0 Mary noch übersteigt. Daß es wirklich ei» Bedürfnis sei, Menschen von dieser Bildungsklasse mit einem solchen Ein­kommen auszustatten, läßt sich doch bezweifeln. Wohl mochten die Uuter- beamten, die früher unter Gerichtsanfsicht die nämlichen Geschäfte zu besorgeu hatten, mitunter zu kärglich besoldet sein, und wenn Veruntreuungen bei ihnen vorkamen, so konnte ma» Wohl annehmen, daß die Not sie dazu getrieben habe. Die öftern gleichen Vergehen der Gerichtsvollzieher beweisen aber, daß Menschen von niedriger Bildungsstufe auch dadurch, daß man sie in Wohl­leben stellt, nicht immer vor Schlechtem bewahrt werden. Jedenfalls gehören die Gerichtsvollzieher wie anch noch jüngst eiu im Reichstag erstatteter Kvmmissionsbericht anssprach - zn dcu am wenigsten bewährten Errnngeu- schafteu des Jahres 187!).

(Schluss folgt)

Die Schicksale der Marienburg

em Besucher der Marienburg bietet sich jetzt eiu merkwürdiges Bild. In dein südlichen Teile, demHvchschlvß," herrscht ein ^ebeu und Treiben, als sollte die Burg noch einmal von Grund ans nen gebaut werden. Die vernnstaltenden Umbauten, mit denen eine spätere Zeit sich an diesem herrlichsten gothischen Profanban so arg versündigt hat, werden abgebrochen und überall die ursprüuglicheu Formen wieder hergestellt. Noch treten beim Abbrüche der später zugefügten Manern die alten, erhabenen Spitzbogen vielfach deutlich hervor. Im Innern, namentlich in der Schloßkirche, tauchen die alten Freskomalereien, freilich bis zur Un- tcuntlichteit verwischt, ans der Kalktünche, mit der sie späterer Unverstand über­kleidet hat, langsam wieder hervor, an andern Stellen prangen bereits die Farben in alter Frische. Kurz, die Marienburg gleicht jetzt den: Dornröschen, das nach jahrhundertelangein Schlaf in Jugendschöuheit wieder erwacht.