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Das deutsche Volkstheater in Wien
In solche trivial prosaische Wendungen verfällt Lilienervu nicht selten. Nnr eine sehr kleine Anzahl von Gedichten, wie „Rückblick," „Am Strande," „Glosse," „Cincinnatus," „Das Herz," „Die Rache der Najaden," „An Heinrich von Reder," „Festnacht und Frnhgang," „An Phhllis," „Überraschung," „Seltsames Erwachen" und vielleicht nvch ein paar andre werden nicht durch prosaische Ausfälle verdorben.
Das deutsche Volkstheater in Wien
as Wort „Volk" wird in unsern Tagen nur zu häufig mißbraucht. Da giebt es „Volksvertretungen" und „Volksversammlungen," die nichts andres sind als Vertretungen gewisser Jnteressenkreise und Versammlungen von Ehrgeizigen, Schwindlern und Pöbel; da blüht eine „volkstümliche" Litteratur, die sich so nennen zu
dürfen glaubt, weil sie niedrig, seicht und albern ist; da wird mit den Worten „Volkswvhl" und „Volkswünsche" herumgeworfen, wo es sich doch um nichts andres handelt als um das Wohl und die Wünsche eigensüchtiger Streber. So ist es denu anch meist ein phrasenhafter Mißbrauch, wenn von dem modernen deutschen Theater als von einer Vildungsanstalt des Volkes gesprochen wird. In Wien wenigstens gewiß. Denn hier sind seit Jahren die Theater dem eigentlichen Volke entweder verschlossen, und au der Stelle, wo in andern deutschen Städten die gebildeten Stünde sitzen, machen sich Börsenjobber breit, oder sie bieten solche Kvst, daß sie unmöglich eine Bildnngsanstalt genannt werden können. Nun soll dies anders werden. Was vor fünf Jahren Adam Müller in seiner Flugschrift „Wien war eine Theaterstadt" als das einzige Mittel, deu kläglichen Verfall des Theaterwesens in Wien zu hemmen, bezeichnet hat: ein Theater, das, aus dem Volke hervorgegangen, für das Volk bestimmt ist, ist nun wirklich ins Leben getreten, am 14. September ist es eröffnet worden.
Die Aufgabe dieses Theaters wird eine dreifache sein: es soll durch Aufführung von Stücken, die von keiner andern Wiener Bühne dargestellt werden können, dem hiesigen Theaterwesen wieder einen höhern geistigen Gehalt verleihen, es soll die weiten Kreise des Mittelstandes dem Theater zurückerobern, und es soll durch seine niedrigen Preise eine wirtschaftliche Reform in unsern Bühnenzuständen anbahneu.
Das Kapital zu dem Bau ist durch einige hundert bürgerliche Familien aufgebracht worden, der Kaiser schenkte den Bauplatz im sogenannten Weghuber