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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Litteratur

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das Begrüßen unter freiem Himmel, in Smmenglut und Kalte, in Wind uud Regen, die höflichen Umstände und Weigerungen im Gespräche, sich eher zu be­decken als der andre! Wenn dn wenigstens die symbolische Berührung des Helms oder Tschakos auch denZivilisten" gestattet würde! Zwar wird, da jetzt der Haar-Bacillns entdeckt wurden ist, die Knhlköpfigkeit ebenso ausgerottet werden, wie alle übrigen Krankheiten durcheinzig sichere Mittel" ausgerottet worden sind, aber gefährliche Erkältungen wird man sich immer noch dnrch das versteinerte Überbleibsel aus der Zeit des Lehnswesens, dasHntab!" zuziehen können, falls nicht eine kräftige Hand es aus dem Wege räumt. (Znoä äsns sie.

Litteratur

Bauernstudenten. Erzählung von Arna Garborg. Ans derLandsmaal," dem nor­wegischen Bvltsdialekt, übertragen von Ernst Bransewetter. Antorisirte deutsche Aus­gabe, Budapest, G. Grimm, 1383

Garbvrg ist in seiner Heimat einer der berühmtesten unter deu jüngcrn Schrift­stellern. Aber trotz der Propaganda, die für ihn bei uns gemacht worden ist, ist er in Deutschland fast gar nicht bekannt worden. Wenn man nun dieBanern- studenteu," wie es heißt, seine beste Erzählung, gelesen hat, dann kann man sich daß sehr wohl erklären. Wie weit Garborg in der Ausbildung des Jbseuschen Materialismus gelaugt ist, läßt sich aus dieser Erzählung nicht erkennen, wohl aber, daß er gerade so wie dieser es für den Beruf des Dichters hält, seinen Lnndslenten einen Sittenspiegel vorzuhalten und im Tone des sogenanntenEnt- rüstungspessimismus" zu wettern. Die schneidige Kraft seiner Satire, die Lebendig­keit seiner Bilder nach der Wirklichkeit, die außergewöhnliche Menge von Erschei­nungen, die er alle in seinen Rahmen hineinpreßt, nnd das selbst durch die herzlich schwache Übersetzung fühlbare mächtige Pathos, das ihn erfüllt, mögen auf die Lcmdslente des Dichters großen Eindruck gemacht haben. Uns hingegen wird das Lesen dieser Erzählung durch ihre nnschönc Komposition so schwer gemacht, daß nur ein starkes sittengeschichtliches Interesse uns den schweren Kampf mit ihrer Langen'eile erleichtern kann.

Mit peinlicher Ausführlichkeit eutwirft Gnrborg das Lebensbild eines der vielen Bauernstudenten seiner Heimat. Mit den künstlerischen Mitteln des revolu­tionären Naturalismus vertritt Garborg einen streng konservativen Standpunkt. Sein Zorn ist gegen die hohle Bildungswnt, gegen die mit Meilenstiefeln vor- schreiteude Aufkläruugssucht in Norwegen gerichtet. Der Bauer schämt sich Plötzlich seines Standes, nnd die städtischen Schreier glauben über Nacht eine Kulturstufe erreichen zu müssen, die doch nur durch die Arbeit vieler Geschlechter erworben werden kaum Diese Bestrebungen bringen nun das ganze Banernvolk in Gährung, die junge» Leute treten aus ihm heraus iu eine Bildungsschicht, für die sie gar nicht erzogen worden sind, uud so entfleht Unheil nach allen Seiten hin. Der