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Friedrichsruhe
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die Nachbarschaft, wo meist gute, auch chausseeartige Wege sind. Hierauf das zweite Frühstück mit der Familie, Nottcnburg, dem Sekretär und den etwa eiugetroffeueu Gästen, das um zwei Uhr mittags beginnt und während dessen der Kanzler die Eingänge, die Post und Telegraph gebracht haben, liest und Rvttenburg Weisungen darüber erteilt, wie sie zu erledigen sind. Dann ver­schwindet der Fürst wieder nach seinem Arbeitszimmer, bisweilen schließt sich daran ein zweiter Ausflug, allein vder mit einem Gaste. Um sieben Uhr folgt das Diner, worauf im Nebenzimmer der Kaffee eingenommen wird und die Gäste eine Cigarre rauchen, während der Fürst sich auf ein kleines Sofa hinter dem Tische mit den Lampen zurückzieht und zu einer der drei langen Pfeifen greift, die hier für ihn bereit stehen, nnd deren Pvrzellanköpfe mit Vnrinas gefüllt sind. An der Unterhaltung der übrigen, die meist flüsternd geführt wird, nimmt er keinen oder nur geringen Anteil, er liest Zeitungen, darunter die großer» Hamburger Blätter. Nach einer Stunde entfernt er sich. Zum Thee, der um zehn Uhr getrunken wird, erscheint er nicht, wohl weil er zeitig zur Ruhe geht.

Möge es ihm vergönnt sein, noch manchen Sommer in Friedrichsrnhe zu verweilen, befriedigt, nicht verfolgt von Sorgen um sein Werk, glücklich und heiter unter dem blauen Himmel in der Politik, den er geschaffen hat, frisch und munter wie heute ein alter Herr, aber, wie die Engländer sagen: Ä Zrssn olck Ä^s!

Die deutsche Arbeitsgesetzgebung

von Ronald Aeßler

7. Einflüsse auf die Volkswirtschaft

urch die deutsche Arbeitsgesetzgebung und die aus ihr ent­springenden Gedanken wird die Volkswirtschaftslehre bedeutend beeinflußt werden. Der Begriff der Arbeit, des Unternehmer­gewinns, auch der des Kapitals kann nicht derselbe bleiben wie bisher, weun man die Fvlgeruugen ans der Arbeitergesetzgebung zieht. Mau ist freilich gewohnt, diesen Begriffen der Wissenschaft und über­haupt den Lehren der Volkswirtschaft eine zeitlich unbegrenzte Giltigkeit zuzu­schreiben, sie für ewig zu halten und zuweilen wohl über vergangne Zeitalter