jriedrichsruhe
lle Besitzungen des R'eichskanzlers liegen mi Eisenbahnen: Varzin, Berlin am fernsten, an einein Zweige des Schienenweges, der Stettin mit Danzig verbindet, die beiden Schönhausenschen Güter, die nächste Besitzung, an der Bahn Berlin-Stcndal, endlich der Sachsenwnld mit seinem Mittelpunkte Friedrichsrühe au der Eisenbahn, die von der Neichshanptstadt nach Hamburg sührt. Setzen wir lins auf dem Lehrter Bahnhöfe in das Kupee eines Schnellzugs, so kommen wir nach Verlauf von etwa vier und einer halben Stunde in Friedrichsruhe au. Führen wir vorbei, so wären wir in etwa 30 Minuten in Vcrgedorf uud wieder nach 30 Minuten in Hamburg. Die letzten größern Stationen vor Friedrichsrnhe sind Hagenvw und Blichen, bei denen der Zug in ehemals laueubnrgisches Gebiet hineinfährt. Hinter Schwarzenbeck tritt der Wald, der schon vorher auf der unhen Ebne und deu links in der Ferne sich hinziehenden Höhen, alten Elbdüneu, sichtbar geworden ist, allmählich näher an die Bahn heran, dann schließt er sich, zuweilen durch eine Wiese unterbrochen, zu beiden Seiten dicht an sie an, svdaß wir zwischen seinen Wipfeln wie durch eine tiefe einsame Gasse fahren: wir durchschneiden den Sachsenwald. Rechts windet sich zwischen schilfigen Ufern ein Flüßchen durch das Grasland der Einbuchtungen des großen Forstes, die Ane, die der an Holsteins Grenze sich hin- schläugeluden größeru Bille zuströmt. Mitunter eine kleine Haltestelle, wo ein Weg die Bahn kreuzt, manchmal ein Nudel Rehe, die, vou der Lokomotive beim gemütlichen Äsen aufgescheucht, mit hastigem Sprunge sich mich dem Dickicht flüchten. Dann ein Durchstich mit hohen Böschungen. Weiterhin, oben zur Rechten, die Häuser und Schuppen, der Rauch und das Geräusch eiuer Dampfsägemühle des Fürsten, die seinen Holzreichtum für industrielle
Grenzbote» III I«89 V7