Die großserbische Idee
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ie großserbische Idee, von der in den letzten Wochen infolge der Petersburger Heiraten montenegrinischer Prinzessinnen mit moskowitischen Großfürsten wieder viel die Rede war, ist gleich der großgriechischen und der großbnlgarischen eine Tochter des von Napoleon dem Dritten nicht entdeckten, aber für seine Zwecke in den Vordergrund gestellten Nativualitätsprinzips und anderseits eine Verwandte nnd unbewußte Dienerin des Pnnslawismns. Ihr Ziel ist, alles, was die serbische Sprache redet und serbische Sitte übt, zn einem Reiche zusanimeuzufassen, wie dem, das im Mittelalter wirklich einmal bestand. Aber die Geschichte wiederholt sich nicht, selbst große Nationen, wie die deutsche und die italienische, müsse» sich versagen, ihre Grenzen so weit nuszudehueu, als ihre Sprache, ihre Bräuche und ihr besondrer Kulturkreis reicheu, nud die kleinen werden in der Regel mit ihren Ansprüchen von den Parteien nnd Staatsmannern der großen nur zu deren Zwecken gefördert, gleichsam für sie gemästet. Man benutzt sie gegen dritte eine Weile als Fühler, als Reizmittel, in weiterm Verlaufe als Gehilfen, bis man sie sich zuletzt einverleibt. Das gilt namentlich von den grvßserbischen und grvßbulgarischeu Bestrebungen und der russischen Politik. Keine von jenen beiden, die sich übrigens feindlich gegenüberstehen, wird für sich Dauerndes erreichen, beide aber werden, mögen sie wollen oder nicht, und möge inzwischen geschehen und sich bilden, was da »volle, schließlich dieser Politik erst dienen, dann zum Opfer fallen — vorausgesetzt, daß die audre an der Entwicklung der Balkanvölker notwendig anteilnehmeude Großmacht nicht zuletzt energisch ihr eignes Interesse wahrnimmt nud den Sieg desselben erstreitet. Darzulegen, welche Aussicht Grenzbvten III 138g 05