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Kunst und Handwerk in Japan
Wer wagt es zu entscheiden? Die Konzerte, die allwöchentlich im „Niesen- festsaal" des Trveaderv die „musikalischen" Ausstellungen vervollständigen sollen, waren während meines Aufenthaltes noch sehr von der Friedensseite entfernt. Einmal produzirtcn sich die amerikanischen Komponisten (ich glaube, es gab da eine Harmvniemusik von Dampfpfeifen und ein Quatuor aus Blitzsaiteninstrumenten), fernergab es Konzerte von russischen, norwegischen, botvkudischen und allen mögliche!? Nationalsängern. Ans einen Tag, den ich nicht mehr abwarten konnte, war Handels Messias — sehr außer der Reihe — festgesetzt, allerdings mit „ersten Kräften" (vom IWMirs nat-ioiml äs l'oxvrü. omm<io.o), die wenig Hoffnung erweckten. Ob er wirklich an diesem Tage aufgeführt worden ist, kann ich nicht mehr berichten.
(Schlus; folgt)
Kunst und Handwerk in Japan
iele Kunstfreunde sehen, und nicht erst seitdem das Japanische wieder in die Mode gekommen ist, in der genauern Bekanntschaft mit dem Stil von Nippvn ein Mittel, das zwischen allen Stilformen der Vergangenheit ratlos nmhertaumelnde Abendland wieder zur Besinnung zu bringen. Aber die Art, wie heutzutage die japanische Dekorativnsweise bei uus nachgeäfft wird, zeigt leider, daß man auch in diesem Falle nicht auf das Wesen der Sache eingeht, souderu sich nur auf die Äußerlichkeiten stürzt, weil sie etwas neues sind, etwas von dem ewigen „Griechisch-Gothisch-Nenaisscmcc" völlig abweichendes, womit man den Appetit des abgestumpfteu und übersättigten Europäers wieder zu reizen hofft. Und die Naschheit, mit der das Publikum und die Knusthandwerker von dem lächelnden oder kritischen Anstaunen des Fremdartigen zu dessen Bewunderung übergegangen sind, giebt mir zuviel Grund zu der Befürchtung, daß beide sich ebenso bald von dieser Mode wieder abwenden werden, wie sie im Laufe von einigen Jahrzehnten Antike, Mittelalter, Renaisfanee, Barvck und Rokoko „überwunden" haben und glücklich bei dem aufgewärmten Nömertum der Revolution und Napoleons des Ersten angelangt sind. Doch der Ausdruck Befürchtung ist eigentlich gar nicht am Platze, wenn wirklich wieder nnr geist- und finnlos kopirt werden soll. Dann hat das Europäischjapanisch nicht mehr Wert als die neue Gvthik, das Empire u. s. w., es wird vielmehr nur dein rohen Naturalismus von neuem zum Siege verhelfen. Anzeichen einer solchen Wirkung siud schon vorhanden.