Die nordschleswigsche Mundart Z15
doch sicheres Maß der gleichen geistigen Ausbildung ohne Rücksicht auf den spätern Beruf; sie fördern das sittliche und leibliche Wohl der Jugeud in erfreulichster Weise durch die unausgesetzte planvolle Pflege der körperlichen Ausbildung, uud sie gewähren, dank der reichen und von der Staatsgewalt unabhängigen Mittel, Tausenden ein sorgenfreies Leben und ein ungestörtes Studinm. Glücklich die Wenigen, denen es vergönnt ist, auf ihrem Bildungsgänge den britischen Materialismus mit dem deutschem Idealismus harmonisch zu verbinden!
Die nordschleswigsche Mundart
von I. p, Filskow
ls am 18. Dezember v, I. der Oberpräsidialerlaß erschien, der verfugt, daß in allen nordschleswigsche» Schulen der Unterricht mit Ausnahme des Religionsunterrichts in Zukunft ausschließlich deutsch sein soll, stimmten die Zeitungen Dänemarks nnd vor allem die Protestblätter Nvrdschleswigs wahre Jeremiaden au, bezeichneten das Verfahren als eine Ungerechtigkeit uud uannten es eine unerhörte Härte, daß die Kinder Nordschleswigs nicht mehr in ihrer Muttersprache unterrichtet werden sollen. Sonderbarerweise gab es auch deutsche Zeitungen, die in dieses Horn bliesen.
Wenn die Behauptung auf Wahrheit beruhte, dann müßte die nordschleswigsche Mnndart eine dänische sein. Ist dem wirklich so? Wir beantworten diese Frage mit einem entschiednen Nein. Wie kommt es aber, daß mau die Sprache, die iu Nordschleswig gesprochen wird, immer als eine dänische bezeichnet? Die Sache liegt ganz einfach. Auf den ersten Blick scheint es freilich, als ob die nordschleswigsche Mundart eine dänische sei, weil sehr viele dänische Ausdrücke darin enthalten sind. Das ist aber, wie gesagt, nur Schein. Geht man der Sache genau auf den Grund, so findet man — sowohl in grammatikalischer als auch in lexikalischer Beziehung — eine ebenso große, wenn nicht eine größere Ähnlichkeit mit der deutschen Sprache. Man ist aber auch von dänischer Seite in den letzten fünfzig Jahren fortwährend bestrebt gewesen, mit dem Scheine des Rechts nachzuweisen, daß das Nordschleswigsche dem Dänischen verwandt fei, ja sogar dem Altdäuischen oder Altnordische» entstamme. Bis in die jüngste Zeit herein ist eine wahre Flut