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Litteratur
nuch ein besseres Los verdiene als in seinein eignen Hanse ränkesüchtigen, ruhelosen Nachbarn zum Fangbälle zu dienen; wir sind auch der festen Überzeugung, daß die Sicherstellung unsers Landes und das Zurgeltungkommen der hohen Eigenschaften nnsers Kaisers erst dann eine vollkommne Thatsache werden wird, wenn weniger fremde Einflüsse sich im Innern Deutschlands breit machen können, noch dazu, da in unserm eignen Fleisch und Blut laue Freunde und dicke Feinde des Deutschen Reiches lauern, ein Unistand, der leider die nationale Unfertigke.it nnsers Staates erst recht darlegt.
An dem Mißverständnis nnd Haß, dem gegenwärtige Zeile« an vielen Stellen im Deutsche» Reiche begegnen werden, unter deu. obwaltenden Umständen begegnen müssen, können wir ermessen, wie sehr wir eine wnnde Stelle berühren, und welcher Selbstüberwindung es bedürfen wird, dieser zerfahreneu, zweifelhaften Elemente zur Sicherheit uud zum Schutze des Vaterlandes Herr zu werden.
Hinsichtlich des Herrseins in unsrer eignen nationalen Behausung herrscht in Deutschland eine große Verwirrung der Begriffe, eine Gewohnheit des Sichgehen- lnssens bei deutschen Bürgern und ganzen Staaten, und das Ausland beteiligt sich in einer Weise daran, daß ein ernstlicher Angriff, diesen Krebsschaden zu beseitigen, mehr oder weniger Revolution oder Krieg bedeuten würde, so sehr würden sich die Geister und Gemüter dagegen auflehnen, reine, gesunde Wirtschaft machen zu lassen.
Aus uns heraus wird dieser Wandel auch nicht kommen, nur wollen nnr darauf bedacht sein, bei Gelegenheit diesen nötigen Wechsel im Auge zu behalte» und unter allen Umständen zu unserm Kaiser zu stehen. Ihn erkennen Nnr schon jetzt als den einzigen Sachwalter des Reiches nach außen, und sein Wille hat deu Anschein, als ob er vielen Willen seinen Mann stehe», würde.
Es würde »»s lieb sei», wenn unsre Anschauung über das, was nns not thut, Anklang sände.
Litteratur
Marti» Luther i» Sprache und Dichtung. Vou Dr. Albert Frehbe, Oberlehrer am Friedrich-Franz-Gymunsium zu Parchim. Gütersloh, Bertelsmann, 1889
Wie heutzutage Zeitungen nnr zum allergeringsten Teile die geistige Arbeit des Redakteurs und seiner Mitarbeiter sind, sodcch man längst die Scheere nnd den Gummitopf als die wesentlichsten Abzeichen der Würde eines Redakteurs anzusehen sich gewöhut hat, so entsteht auch ein gutes Teil der neu erscheinenden Bücher nicht aus selbständigen Studien ihrer Verfasser, sondern sie sind vielfach nichts weiter als mehr oder minder geschickte Verarbeitung der von andern gewonnenen Ergebnisse. Reichlich die Hälfte unsrer Bücherschreiber sind Wiederkäuer. Man mich es schon hoch anrechnen,^wenn diese edeln „Schriftsteller" andeuten, woher sie ihre Kenntnisse beziehen. Ein anschauliches Beispiel solcher Büchermacherei ist das Buch von Freybe über Luther. Weuu man kurz zuvor die Aufsätze Kluges (Von Luther bis Lessing) gelesen hat, kann man ganze Seiten als gute Bekannte überschlagen,