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Tagebuchblätter eines Sonntagsphilosophen : 13. Die Rede des Prinzen Ludwig
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

die Dinge von reiner Höhe übersieht und zugleich ihrer Bewegung zum Ziele als Führer die Wege weist, Wohl dem Reiche, daß es solche Fürsten findet!

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Man erfährt nun, wie merkwürdig die Rede weiter wirkt mich bei Gegner» der darin vertretenen Sache. Die Ultramontanen im eignen Lande fechte» sie bitter an. Natürlich! Es ist ja darin bloß von einem deutschen Standpunkte die Rede, und zwar mit Heller, voller Begeisterung, von einem römischen aber so ganz und gar nicht, als gäbe es ih» gar nicht. Der Prinz hat sich gegen schmähliche Entstellungen in ultramontanen Blättern zu verwahre». Sein Vater aber, der Prinz-Regent Lnitpold, hat sein volles Einverständnis mit dem Geiste der Rede erklären lassen. So ist denn das Ganze ein kleines, aber wertvolles Stück deutscher Geschichte iu Baiern. Heil dem neu gewonnenen Bniern!

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Was uns not thut. Wir haben nun eine Verfassung, die Dentschlnnd einigt, wir haben eine Reihe von Festungen, die seine Grenzen schützen, wir haben eine einheitliche Armee und Flotte, die ans eines Mannes, unsers Kaisers, Ruf, wie ein Mann dasteht; was uns nun noch fehlt, ist Regelung nnd Einheit unsrer Diplomatie im Verkehr mit fremden Mächten.

. Nach dieser Richtung bedürfen wir einer Vereinfachung, insofern als das Ans land der offiziellen Handhaben zu viele hat, seinen Einfluß an allen möglichen- Stellen in Deutschland zn üben und möglicherweise hie und da falsches Spiel zu treiben. Man wird zugestehen, daß es kein zweites Land der Erde giebt, das gleichzeitig ein halbes Dutzend offizielle politische Vertreter fremder Mächte, und zwar ein und derselben Macht, aufzuweisen hätte wie Deutschland.

Anch haben wir in verschiednen Fällen, hauptsächlich 1870 gesehen, wie einer unsrer eifrigsten Gegner auf dem Wege seiner Politischen Agenten, Gesandten, Bot­schafter und wie sie heißen mochten, im Herzen Deutschlands sein politisches Lager aufschlug und einfach that, als wäre er zn Hanse.

In gegebenen Fällen können sich ähnliche Unzuträglichleilen unter dein Deck­mantel der Vertretung des Auslandes an Höfen zweiten und dritten Ranges in Deutschland erneuern, Zwietracht zwischen unsern deutscheu Bundesfürsten säen und nene Wirren herbeiführen. Wir möchten daher auf die Tagesordnung öffentlicher Besprechung die Erörterung der Frage stellen, ob es nicht not thue, dem Gesandten­wesen in Deutschland außerhalb der Vertretung der Machte bei den, Kaiser und seinen Raten iu der einen oder andern Weise Grenzen zn ziehen.