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Eine neue Strafrechtswissenschaft
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Anne Studenten

Strafgesetzblich mag manche Mängel haben. Im Grvßen und Ganzen aber sind wir der Ansicht, daß die Mängel unsrer Strafjustiz minder in den Gesetzen, als in den zur Ausführung berufenen Menschen ihren Grnnd haben. Hätten nur lauter verständige Nichter, so würde auch mit den bestehenden Gesetzen eine das Bedürfnis in allem Wesentlichen befriedigende Strafjustiz geübt werden können. Die Hauptaufgabe der Rechtswissenschaft liegt also darin, verständige Richter zu erziehen. Dazu braucht mau aber keineInternationale Vereinigung" zu gründen, sondern es ist eine häusliche Aufgabe, an der wir alle je nach unserm Berufe arbeiten können. Am wenigsten würde dieses Ziel erreicht werden, wenn wir denken müßten, daß unsre Richter in den Anschanungen, die iu dem mehrerwähnten Grenzbvtenaufsatz vertreten sind, herangebildet würden. An die Stelle ruhigen Denkens und gesunden Gefühls für Gerechtigkeit würde sich eine phantastische Auffassung von den Aufgaben der Strafjnstiz »nd ein Hin- und Herschwanken von einem Extrem zum andern bei ihnen festsetzen. Damit würde die Rechtsprechung jeden sichern Boden verlieren.

Arme Studenten

usrc Studentenschaft vereinigt gar verschiedenartige Bestand­teile. Es kann wohl kommen, daß auf derselben Bank zwei Kommilitonen sitzen, von denen der eine gelegentlich um ein paar Flaschen Sekt wettet, während der andre an den Tagen, wo er keinen Freitisch hat, von Brot lebt. Das Bewußtsein gesellschaft­licher Gleichheit leidet unter diesen äußerlichen Umständen über Erwarten wenig. Eine Hinneigung von reich zu reich, von arm zu arm ist ja anch hier unverkennbar, aber eine Scheidewand zwischen reich uud arm besteht nicht. Ein echt demokratischer Geist im guten Sinne scheint zu walten und junge Männer aus allen Ständen in einem idealen Streben zu vereinigen.

Aber Helles Licht wirft tiefen Schatten. Eine Gleichstellung von ungleich­artigem führt fast immer zu einem Unrecht, und zwar gerade gegen den Teil, der dadurch bevorteilt zu sein scheint: den weniger Bemittelten. Was die leidige gesellschaftliche Gleichstellung mit den begüterten Volksklassen für Opfer erfordert, davon weiß so manche arme Beamtenfamilie zu erzählen. Mit dem armen Studenten ist es aber noch schlimmer, weil seine Mittel oft nicht einmal zum notdürftigsten Auskommen hinreichen. Will er nicht ans alles, was