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Tagesschriftsteller und Zeitromane
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Vom Münchner Theater

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und Wahrheit zurückwendet. Solche Einzelne kann gegenwärtig gerade die Dichtung, die Litteratur mn ehesten noch erwerben und sammeln. Aber unsre Litteraten träumen von Litteraturprinzipie» und neuen Wegen und sind stolz, wenn sie klar bewiesen haben, daß auf diesen Wegen das Heil nicht komme.

Vom Münchner Theater

ls gegen Ende März dieses Jahres die Leitung der Münchner Hofbühne bekannt machte, daß sie die Anfführnng desKönig Lenr" auf wesentlich vereinfachter, in Shakespearischem Geiste gehaltener Vnhue vorbereite, dn war das eine große Über­raschung. Aber auffallcnderweise überwog in den Äußeruugeu, die man über den Plan vernahm oder las, die Spannung auf einen großen Spaß, und wer etwa Befriedigung und Zuversicht an den Tag legte, konnte sicher gewärtig sein, sein Teil abzukriegen, sei es in der milden Form einer wohlmeinende» Mahnung zum Abwarten, sei es in Gestalt offneu Hohnes. Wie Null man die Menschen von heute überreden, sich an die Armut einer Shakespearischeu Bühne zurück zu gewöhnen? Warum sollen wir die hoch misgebildetcn szenischen Mittel verachten, die doch nuu einmal zum Fortschritt unsrer Zeit gehören? Mit solchen Sprüchen war das Unternehmen knrz nnd gut abgethan.

Die Parteigänger des Planes hatten Grund, sich dem fertigen Urteil der Alltagsgewohnheit gegenüber nicht allzusehr aufzuregen; kam doch alles auf die Art der Durchführung an. Denn wer sich bewußt war, wie lauge schvu die Überwucheruug des Bühuenausstattnugswesens als drückend eni- Psunden worden ist, dem durfte die Zeit Wohl reif erscheinen für den Rückschlag. Eine Umkehr aber zu bescheidener Ausstattung für grundsätzlich verfehlt zu halten, konnte nur dem einfallen, dem es entging, daß die Steigerung der Ausstattuugskuust aus sorgfältige Genauigkeit hin in ver­schärftem Maße ans diese Knust aufmerksam und damit in verschärftem Maße deren hartnäckige und unüberwindliche Unzulänglichkeit klar gemacht hatte. Die Notwendigkeit, ans jene bloß dienende Kunst nicht durch üppige Entfal­tung derselben ungebührlich die Aufmerksamkeit zu lenken, hatte sich also bereits erfahrnngSmäßig ergebe». Auch durfte man mit Sicherheit annehmen, daß alle» deueu, die das Uuvermögeu einer Szenerie, die bis zur Vvlleuduug