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Die revolutionäre Propaganda auf deutschen Boden 1790 bis 1792
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Die revolutionäre Propaganda auf deutschem Boden

5790 bis 5792

von lvoldemar Wenck

pione durchschleichen haufenweise eure Staaten und streueu da ihre Lehre aus! Freiheit, Gleichheit, das sind die Talismane der Schurken, das ist der Vereinigungspunkt der Betrüger und Be­tragenen, Klassen, die unglücklicherweise die große Majorität des Menschengeschlechts ausmachen"- so sprach eine französische Flugschrift, deren Übersetzung iu dem Journal von nud für Deutschland erschien, bereits um die Mitte des Jahres 1790 zu Europas Fürsten.Frankreich hat seine Apostel unter mancherlei Gestalten iu Deutschland, das wissen wir so genau, als auch wir unsre Männer haben, die eure Gesinnungen erforschen!" so hieß es in einem Zurufeiniger Preußen" auunsre Leute in Franken," d. h. an die soeben erst unter preußische Herrschaft gekommenen Bevölkerungen von Ansbach und Bahreuth, die vor einem Anschluß au die (1702) iu Deutschland eingefallenen Franzosen gewarnt wurden. Überall war von der französischen Freiheitspropaganda die Rede.

Sogleich nach den ersten großen Schlägen, durch die sich im Sommer 1789 die französische Bewegung als eine gewaltige Revolution des gauzen französischen Stantswesens offenbarte, erhob sich sowohl innerhalb als außerhalb Frankreichs ein Glaube und gewann mit jedem neuen Fortschritt dieser Revolution nene Kraft: der Glaube au eiuen Zusammenstoß, zu dem es notwendig zwischen dem revolntionären Frankreich uud den herrschenden Gewalten in dem übrigen Europa früher oder später komme» müsse. Vergeblich priesen es viele als einen Segeu sür die Ruhe der Menschheit, daß ein verfassungsmäßig beschränkter Franzosenkönig nicht in der Weise Ludwigs XIV. mit Europas Friede», sein Spiel werde treiben können; vergeblich wurde von deu deutscheu Freiheits­freunden immer uud immer wiederholt, deutsche Fürsten hätten bei einigem Wohlverhalten nicht den entferntesten Anlaß, von einer ungestörten Weiter­entwicklung der Revolution schlimmes für sich und das Verhältnis zu den eignen Unterthanen zu besorgen. Der Gedanke an einen dereiustigeu Kampf zwischen der Freiheit uud deu Tyrannen wie es auf der einen Seite hieß,