Die beste Größe der Staaten
Eine politische Studie
is in den Anfang unsers Jahrhunderts herein beschäftigte sich die Geschichtschreibung und die Geschichtsforschung fast ausschließlich mit denjenigen staatlichen Ereignissen, die nur heute unter dem Begriffe der äußern Politik zusammenfassen, also mit den Kriegen und den diplomatischen Verhandlungen. Die Werke Friedrichs des Großen behandeln zwar schon sehr eingehend auch die Gegenstände der innern Politik, die Entwicklung der Städte, der Landwirtschaft, des Handels und der Gewerbe, indem sie das im Muude des Schlachtenköuigs doppelt gewichtige Wort zuerst missprecheu, daß die innere staatliche Thätigkeit ebenso schön und erhebend und vielleicht noch schöner sei als die Erzählung kriegerischer Thaten. Die geschichtlichen Werke des großen Königs wurden jedoch erst später bekannt; auch lag bei der außergewöhnlichen Stellung, die der Verfasser einnahm, der Gedanke nahe, daß seine Art der Geschichtschreibung doch nicht ohne weiteres von andern Geschichtsforschern nachgeahmt werden könne. So blieb es denn auch nach dem Zeitalter Friedrichs des Großen bei der alten Gewohnheit der Geschichtsforschung, fast nur die kriegerischen Ereignisse, Siege und Niederlagen, Gebietserweiterungen und Gebietsverluste uud diplomatische Verhandlungen zum Gegenstande ihrer Forschung und Darstellung zu machen uud durch Verarbeitung dieses Stoffes das aller Geschichtsforschung obliegende Amt zu erfüllen, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen und zn lehren. Es ist ja auch gar nicht zu verkennen, daß gerade die Kriege und überhaupt Ereignisse, die von außen her auf den Staat einwirken und die er uach außen hin hervorruft, in vorzüglichem Maße nnd mit besondrer Deutlichkeit und Gewalt den Wert des einzelneu Staates uud Volkes, die Tüchtigkeit Gmizboten III IM» 7