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Rassen- und Klassenhaß : aus Österreich
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Rassen- und Klassenhaß

Aus Österreich

nmittelbar vor Beginn der Reichsratsferien wurden im Abge- vrdnetenhanse zwei Erklärungen abgegeben, die eine ernste Miß­billigung einerkrankhaften Erscheinung" in unserm öffentlichen Leben und die nach allen Seiten gerichtete Mahnuug enthielten, jener Erscheinung entgegenzuwirken. Der Führer der Opposition, Herr von Plener, und der Ministerpräsident drückten an zwei auf einander folgenden Tagen, dem Sinne nach völlig übereinstimmend, ihr Bedauern über die Mas;- und Riicksichtslvsigkeit in den Parteikämpfen der Gegenwart aus und suchten das Gerechtigkeits- und Billigkeitsgefühl zn wecken. Ganz ver-

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schiedne Anlässe waren es, welche die beiden Redner, in denen zwei entgegen­gesetzte Richtungen sich gewissermaßen verkörpern, genau zu derselben Schluß­folgerung führten. Herr von Plener war sichtlich erschreckt durch den Ausbrnch eines wilden Adelshasses bei Gelegenheit einer Verhandlung über ein nenes Fideikvmmiß. Über den Wert der Fideikvmmisse sind die Ansichten bekanntlich geteilt, und es lassen sich genng erhebliche Gründe gegen die ganze Einrich­tung vorbringen. Aber der eine Oppositionsredner, der Wiener Abgeordnete ^'rouawetter, der Wortführer der vvrstüdtischen Konfusokratie, frischte seine herkömmlichen Redensarten von der alleinselignlachenden Freiheit, Gleich­heit nnd Brüderlichkeit und von der herrlichen französischen Revolution, mit der für ihn erst die Geschichte der Menschheit beginnt, diesmal durch Wen­dungen auf, die den unnötigen Beweis erbrachten, daß ihm der Ton der guten Gesellschaft fremd ist. Und noch viel ingrimmiger ließ sich ein Herr Pvllak aus Böhmen aus. Er kommt nicht, wie kvnseqnenterweise Kronawetter, zur Abschaffung des Erbadels. Werarbeitet," z. B. seine Aktien arbeiten läßt, erwirbt sich nach dieses Redners Vorstellung das Recht ans den ererbten Besitz, vielleicht darf auch die Verwaltung von Gütern Arbeit genannt werden, nur nicht, wenn diese Edelleuten gehöre», dem, die arbeite» uicht. Wie viele Mit­glieder der Talmi-Aristokratie,Söhne vou Börsenfürsten" n. s. w., kein höheres Ziel kennen, als in allen noblen nnd nnnoblen Passionen, alleu Nichtigkeiten und Ansschweifnngen adelichcn Nichsthnern ähnlich zn werden, wie gut es