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erzählt dieser von seiner Laufbahn. „Schwere Schicksale waren inzwischen über unser Vaterland hereingebrochen, und man rang, wie schou so oft, nach einem Halt. Ich war dabei in meiner amtlichen Stellung sehr rasch befördert worden, und als jetzt die Zeit ratloser Versuche begann, stellte mich ein Ministerium, das man über Nacht gebildet hatte, an die Spitze einer Provinz, die infolge nationaler Sonderbestrebungen in sich gespalten war. Ich spreche nicht gern von meinem dortigen kurzen Wirken. Dasselbe (!)- hat in der öffentlichen Meinung eine harte Beurteilung erfahren; ich selbst kann nur sagen, daß ich meine Pflicht gethan. Verhältnismäßig war meine Stellung eine viel zu bedeutungslose, als daß ich eiue historische Rechtfertigung erwarten dürfte; aber spätere Geschlechter werden jedenfalls erkennen, wie schwer, wie unmöglich es uns überhaupt gemacht war, ersprießliche und dauernde Zustände zu schaffen. Wer Kraft entwickeln will, muß festen Boden unter deu Füßen haben; auf schwankender Grundlage hat man die äußersten Anstrengungen nötig, um sich nur aufrecht zu erhalten. Und in dieser Lage waren und sind unsere Staatsmänner - war und ist Österreich seit langem. Das muß man erkennen, um nicht an sich selbst und andern irre zu werden." Nur ein sehr genauer Keuuer Österreichs kouute, typisch für einen ganzen Stand, diese bedeutsamen Worte uiederschreibeu.
(Schluß folgt)
Wien Moritz Necker
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Weiteres zur Ueberfüllung der höhern Berufsarten. Der Unterschied zwischen den höher» und niedern Berufsarten hat sich durch den Umschwung in den staatlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen unsres Vaterlandes in den letzten Jahrzehnten bedeutend verschoben. Bei den engen staatlichen und wirtschaftlichen Zuständen auch noch im Anfange und der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts war der Inhalt der Thätigkeiten, die man zu den höhern Bcrufsarten zn rechnen pflegt, ein wesentlich andrer, als er es jetzt ist. Die Veränderung hat in den gesetzlichen Bestinimnngen über die Vorbildung der höhern Beamten mir geringen Ausdruck gefunden; namentlich diese Versäumnis trägt dazu bei, daß auch anderwärts als nur bei der Beamtenlaufbahn irrige Meinungen über die Bedeutung der höhern Berussarten herrschen. Der Unterschied gegen früher ist aber folgender. Ueberall, wo sich ein Bernfszweig völlig oder doch nahezu nach Möglichkeit von den andern abschließt, wofür eben ein Beispiel die Zunftverfassung bildet, nimmt derjenige eine höhere Stellung in diesem Berufe ein, der am längsten darin