Litteratur
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bloß ohne Griechisch, sondern anch ohne Latein, den mancherlei Bedürfnissen der Bevölkerung doch gewiß nicht genügen würde.
Doch soll hier den Verhandlungen nicht vorgegriffen werden. Diese Andeutungen werden genügen, um einiges Interesse für die Versammlung zu erwecken und zum Besuche anzuregen. Wie schon angedeutet, können auch NichtMitglieder an deu öffentlichen Sitzungen teilnehmen nnd „werden dazu freundlichst eingeladen," wie es in deu jetzt versandten Einladnngen heißt.
Endlich mag noch bemerkt werden, daß nach der Arbeit an beiden Tagen gemeinschaftliche Mittagessen, gesellige Vereinigungen, Spaziergänge, vielleicht auch eine Fahrt nach Kösen zum Besuch der Rndclsburg, in Aussicht genommen sind, und daß Aufragen, welche die Versammlung betreffen, an den Major a. D. Fricdheim als den Vorsitzenden des Ortsausschusses in Jena erbeten werden.
Litteratur
Aus Carmen Sylvas Leben. Vvn Natalie Freiin von Stackelberg. Fünfte, vermehrte Auflage. Heidelberg, Winter, 1889
Dieses Lebensbild der dichtenden Königin, die in so hingebender Weise an hoher Stätte und im fernen Lande dem deutschen Liede treu geblieben ist, will offenbar keine litterarische Biographie sein, sondern ein auf das Thatsächliche gerichteter Lebens- und Wirkensabriß für weite Kreise. Der letztere tritt vor dem erstern allerdings etwas zurück; doch spricht die Dichterin meist beredt sür sich selbst, wo die Biographie bei der Fürstin verweilt. Mehrere vortreffliche photographische Beigaben zieren das schön ausgestattete Buch, darunter Porträts, die sehr viel Beifall finden werden, da sie nicht bloß das Bild einer Königin und Dichterin, sondern zugleich das eiuer anmutigen Frau darstellen.
Gedichte vvn Paul Heyse. Berlin, Wilhelm Herz, 1389
Vierte neu durchgesehene und stark vermehrte Auflage. Dieser Zusatz darf wohl beanspruchen, hervorgehoben zu werden. Mau hat dem Lyriker Heyse als „ marmorkalt" die Daseinsberechtigung abgesprochen, und dann wiederum seiner „Subjektivität" das Drama vorenthalten. Das widerspricht sich eigentlich gegenseitig, es giebt Wohl kaum eine „marmorkalte Subjektivität." Aber das Publikum hält sich zunächst immer gern an Wortschülle. Hernach ändert sich wohl die Beurteilung sowohl auch diesen Gedichten gegenüber, die unu doch schon zum Vierteumale auf dem Weihnachtstische gelegen haben. Die Vermehrung besteht zum größten Teil aus epigrammatischen Spitzen mit meist sehr wirksamem Stichwort. Sollte das schvu „Abhub eines sntteu, tafelmüden Gastes" sein, wie das Motto S. 458 verrät? Wir glauben es nicht. Dazu fühlt es noch zu kräftig mit der Zeit mit und steht zugleich noch immer zu sicher über ihr, ein Zug der Heysischcn Muse, der seine unbesiegbare Hinneigung zum Drama erklärt. Aber seine Stärke liegt in jener zu den feinsten Schattirungen neigenden