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Zur italienischen Krisis
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Zur italienischen Krisis

aum je in einem frühern Falle sind die Mängel der Zeitungs­berichterstattung so deutlich hervorgetreten, wie in der letzte» italienischen Ministerkrisis, die mit dem Eintritt des Herrn Seis- mit Doda ins Kabinct einen vorläufigen Abschluß gefunden hat. Telegramme wie Leitartikel sprachen immer nur von den Kammer- fraktioncn, den leitenden Personen, allenfalls von einer franzosenfreundliche» Strömung, aber die Ursache jeuer stürmischen Kammersitzungen, Straßen­tumulte und rasch aus einander folgenden Ministerwechsel wnrde kaum gestreift. So kam es, daß ein mit den wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes einiger­maßen vertrauter, ohne Italien besucht zu haben, die Krisis besser zu ver­stehen und richtiger zu beurteilen vermochte, als ein Zeitungsleser, der auf die römischen Briefe oberflächlicher Berichterstatter angewiesen war. Der Ent­schluß des Ministeriums, der ackerbauenden Bevölkerung weitere unmittelbare Lasten nicht aufzulegen und das Defizit teils durch Ersparnisse, teils durch eine Häusersteuer zu deckeu, ist erst das Ende des Anfangs (zu fageu: der Anfang des Endes, wäre eine Beleidiguug des hochbegabten und vom besten Willen beseelten Volkes); daher wird eine akademische Erörterung der fraglichen Verhältnisse auch heute noch nicht zu fpät kommen.

Am 23. Mürz 1370 hielt Dölliuger in der Akademie zn München die Gedächtnisrede auf den Marchesc Gino Capponi, einen der hervorragendsten, wenn auch seinem gediegnen Charakter gemäß nicht vorlautesten unter den italienischen Patrioten. (In der Gelehrteuwelt ist Cappvnis Ruh», unsterblich: er hat das ^.re-bivio Ltorioo Its.1ig.no begründet. .^5 Jahre vor seinen: Tode erblindete er; blind schrieb er die Geschichte seiner Vaterstadt Florenz. Auch Alfred von Nenmont, der ihm gleich andern deutschen Gelehrten viel verdankt, GrcnzboN'n II 1889 1