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Haben wir eine Volkslitteratur?
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Skizzen aus unserm heutigen Volksleben

der gemeinen Kolportagelitteratur, ohne die verderblichen Mittel beizubehalten. Ein solches äußeres Mittel ist beispielsweise die Illustration. Selbst ein Charles Dickens nahm zur Zeit keinen Anstoß daran, seine ersten Romane, wie die Pickwickier in Heften und mit ziemlich rohen Illustrationen erscheinen zu lassen; der Erfolg blieb nicht ans. 70000 Exemplare wurden an einem Tage abgesetzt. Allerdings, dieser rein äußerliche Umstand thut es auch nicht allein; Dickens schnf eben aus dem Herzen seines Volkes heraus. Mau sehe seine Romane an! Mehr oder weniger knüpfen sie alle an öffentliche Interessen an, die zur Zeit das ganze englische Volk bewegten. So beispielsweise Bleakhouse, so Harte Zeiten, so Nikolas Nickleby u. a. Bei uns gehen leider die guten Schriftsteller gerade den die ganze Welt beschäftigenden Fragen aus dem Wege. Man schließt sich Vornehin von der großen Masse ab, statt sie zu studiren. Nnr wer mit und unter seinem Volke lebt, kann ein Herz für seiu Volk haben, nur er kann seine Freuden und Schmerzen ver­stehen, nur er, als Künstler oder Schriftsteller, sie darstellen. Am Ende ist auch der größte unter uns nur ein kleiner Teil des großen Volkskörpers; das sollten Deutschlands geistige Führer vor allem beherzigen!

Skizzen aus unserm heutigen Volksleben

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verlehrers hatten Besuch, und zwar unerwarteten. Mit dem Drei­uhrzuge war er angekommen, und jetzt saß er in der guten Stube, ein feiner Herr, halb Künstler, halb Kommis. Er trug einen blonden Vollbart, einen Kneifer auf der Nase, einen weichen Hut und groß­städtische Kleidung und hatte ein gewandtes, weltmännisches Benehmen. In den wohlgeordneten und etwas kleinstädtischen Haushalt des Herrn Oberlehrer Müller war er wie eine Bombe hineingefahren, hatte alles auf den Kopf gestellt und alle Herzen, inbegriffen das der Frau Oberlehrer, mit Sturm erobert. Es war aber auch der Doktor Arthur Schlag aus Berlin, ein Studien­freund des Herrn Oberlehrers, gegenwärtig Schriftsteller und Redakteur des Feuilletons einer großen Zeitung. Ucbrigens sollte er auch eine reiche Frau haben, aber von der war nicht weiter die Rede. Die Sache mußte wohl einen Haken haben.

Gott weiß, was er in der Gegend wollte. Er erklärte, ein paar Stunden Zeit zu haben, und diese habe er benutzen wollen, um seinen alten Freund und ehemaligen Leibburschen Müller aufzusuchen. Der Oberlehrer gab seiner Freude