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Die Geschichte von dem kranken Königssohne :
(Schluß)
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William Longreve

Und nun Goethes Urteil über das Gemälde, Es wird im ersten Buche des Wilhelm Meister bestimmt genug ausgesprochen, lautet jedoch ganz anders als das Winckelmanns, Man erinnere sich, daß an der gedachten Stelle von einer Gemäldesammlung die Rede ist, die von Wilhelms Großvater angelegt, aber nach dessen Tode von dem Erben, Wilhelms Vater, verkauft worden war. Wilhelm war über den Verkauf der ganzen Sammlung untröstlich. Aber sein Lieblingsbild war das,das die Geschichte vorstellte, wie der kranke Königs­sohn sich über die Braut seines Vaters in Liebe verzehrt." Anders nrteilt aber der Kenner, mit dem sich Wilhelm über die Sammlung unterhält.Es war ebeu nicht das beste Gemälde, sagt er, uicht gut zusammengesetzt, von keiner sonderlichen Farbe, und die Nusführuug durchaus manieriert." Daß diese Worte in der Erinnerung an das Karlsruher Gemälde geschrieben sind, kann ebenso weilig zweifelhaft sein, als daß sie Goethes eigenes Urteil darüber ent­halten. Es trifft im wesentlichen das richtige, nur daß mit Unrecht die Kom­position des Bildes bemängelt ist.

Was man deutlich aus der vvrsteheuden Übersicht erkennt, ist das, daß die Teilnahme für die Autiochoslegende in der Neuzeit bedeutend abgenommen hat. Gar nicht scheint sich die Poesie darum bekümmert zu haben. Wieland, der so manchen Stoff des Altertums hat wieder aufleben lassen, ist daran vorübergegaugen. Kein Vers, keine Novelle hat, soweit ich sehe, das An­denken an die Liebe des Antiochos aufbewahrt. Allerdings hat die ernsthafte Behandlung des Vorwurfs für uuser Gefühl etwas verletzendes, anderseits läßt sich ihm eiue komische Seite kaum abgewinnen. Aber es kann ja bloßer Zufall sein, daß die poetische Darstellung dieser Geschichte, die nur eiu wenig verändert zu werden brauchte, um das anstößige zu verlieren, unterblieben ist. Denn das Hs-dsut su» lÄta, gilt uicht bloß von Büchern, sondern von jeder Überlieferung.

William (Longreve

in Jahr nach William Congreves Tode (1730) erschien ein Band Nömoirs ol tluz I,ito, "UritinA g. ^.luours vk "VV. L!., ein Buch von sehr geringem Werte. Seitdem ist keine ein­gehendere Darstellung von des Dichters Leben und Wirkeil vor­sticht worden. Das beste, was wir über ihn haben, ist noch unmer Campbells Aufsatz in der MoN'Äxllig. Liitanuiea. Campbell hatte zwar den Dichter nicht persönlich gekannt, aber er war jvon Sontherne, der mit