Beitrag 
Die Geschichte von dem kranken Königssohne
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

Au Aorners Toni und AriUy

des Zimmers, legt die Hände wie eine Schlinge um den Hals und schwört, sich erwürgen zu wollen, wenn der aufdringliche Liebhaber nicht entfernt würde. Endlich entdeckt sie ihr Geheimnis dein Kalasiris, und so wird denn von den Liebenden unter dein Beistand des Alten ein Fluchtplan entworfen und aus­geführt. Der Abstand dieser Erzählung von allen früheren springt in die Augen. Hier handelt es sich nm keine unerkannte Liebe, um keine Entsagung, kein Opfer eines Besitzenden, und den Gegenstand der Leidenschaft bringt nicht der Arzt heraus, sondern das freiwillige Geständnis der Kranken. Nur die Pnlsfühlnng und die Diagnose stimmt; aber die Einführnng des Alkamenes in das Krankenzimmer hat eine lediglich negative Wirkung.")

(Schluß svlgt)

Zu Körners Toni und Zriny

von Reinhard Rade (Schluß)

erthes schließt sich sehr eng der geschichtlichen Überlieferung au, übersetzt ganze Stücke aus den Chroniken des Budina und des Nensner, wie den großen Eid des Zriny und der Soldaten, nnd macht dadurch sein Drama mehr zu einen: Geschichtswerk als zn einem sein angelegten Kunstwerke. Darum können wir fast behaupten, Körner habe nach der Lesung des Werthes gar nicht viel weiterer Geschichtsguellen bedurft, wenn wir die soeben geuauuten kleinen Züge weg­lassen, die er allerdings ans Budina und Fvrgach entlehnte; daß er manches, wie die Schilderung des Einzugs Solimaus in Belgrad (I, 459) aus eiguer Erfindung hinzuthat, kommt hier nicht in Betracht.

Sehen wir uus das Stück vou Werthes etwas genauer au. Es ist in Prosa geschrieben. Der erste Akt spielt auf eiuem öffeutlicheu Platz in der Festung Sigeth. Auf der einen Seite Edelleute und Bürger der Altstadt, die auf den Nnf Zrinis gekommen sind; ans der andern eiu Teil der Besatzung, an deren Spitze Sektschudi steht. Es naht der greise Christoph Horvath und

Daß der Verfasser des AristenäU'sbnefes diese Geschichte kannte, hat schvn der Her­ausgeber deS Helivdor, Korais, erkannt. Jener hat aus dem Akestmos einen Panaikos gemacht und den Namen des Mädchens ans den liebeskranken Jüngling übertragen.