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Ein neues Erdbild.
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Ein neues Grdbild.

ährend über die Unentbehrlichst vieler Unterrichtsfächer die Urteile auseinandergehen, wird die Notwendigkeit der Geographie für Schule und allgemeine Bildung nicht bezweifelt. Man bestreitet nur den Wert gewisser Methoden des geographischen Unterrichts, ist aber einig darüber, daß der Mensch die Erde kennen müsse, der er angehört, von deren oberflächlichsten Stoff- und Gestalt­verhältnissen sein Leben abhängt, über die seine Wege alle hinführen, ohne je von ihr sich loslösen zu können, und in deren Schollen man die kleine Spalte oder Höhle ritzt, in welcher er am Ende dieser Wege sein Grab findet. Daß selbst diese Kenntnis, deren Notwendigkeit so einfach, so klar ist, unschmackhaft sein kann, lehrt die Erfahrung des ältern geographischen Unterrichts. Sie kann es aber nur werden, so lange sie in unvollständiger Weise gereicht wird. Die Erde in beliebige, zufällige Stücke zerschlagen, wie die politischen Grenzen oder die Laune des Kartenzeichners sie absondern, raubt viel von dem wunderbaren Reize, den die Betrachtung der Mannichfaltigkeit und der Tiefe ihrer Beziehungen zum Leben der Menschen und zur Geschichte der Menschheit auf den einfacheren wie den gebildeten Geist übt. Die Einzelheiten des geographischen Wissens, die Namen und Zahlen sind Getreidekörner voll köstlichen Mehles, die der Mühlstein ge­dankenschwerer Arbeit aufschließt, die aber auch wie Spreu dürr nnd kraftlos erscheinen können, wenn man sie nicht durch die Mühlgänge hat gehen lassen, sie unvermahlen ausschüttet. Man ist geographisch unwissend, wenn man nicht eine Anzahl dieser Namen und Zahlen inne hat, aber das geographische Wissen hängt nicht von der Menge dieser Namen und Zahlen ab. Sie dienen zur Orientirung auf der Erde, über deren Kugelfläche die Vorstellungen verworren hinirren, wenn sie sich nicht an Punkte halten und nach Linien richten können, welche in einem gründlichen Wissen unweigerlich feststehen; aber sie sollen auch wieder nicht die Bäume sein, vor denen man den Wald nicht sieht. Es ist nicht gut, wenn ein deutscher Staatsmann mit Wohlgefallen den Ansiedlungsbestre- bungen seiner Landsleute in Paraguay folgt, bis er vernimmt, daß das Land nicht, wie er glaubte, neben Uraguay am Meere liege, worauf er seine Stim­mung ändert; es ist auch nicht schön, wenn ein Reichstagsabgeordneter Straß­burg für eine Stadt von 25 000 Einwohnern hält und sich beklagt, daß er die