Beitrag 
David Beronski :
(Fortsetzung.)
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Kleinere Mitteilungen.

Es war geschehen, daß man Tage lang niemand aus dem Hanse kommen sah, und man hatte sich gewöhnt, daß die beiden Frauen still für sich lebten. Man achtete ihr Leid und ließ sie gewähren. Nach zwei Tagen fiel den Nachbarn aber doch die tiefe, unheimliche Stille des Hauses auf. Salomes scheltende Stimme, der kleinen Rebekka Lachen oder Geschrei tönte nicht heraus — man ging endlich hinein — das Hans war leer — einsam und verlassen lag die Leiche in dem Zimmer, Nebekka und das Kind waren verschwunden.

Sie ist wahnsinnig geworden und ist mit dem Kinde ihrem Sohne nach in das Wasser gegangen, flüsterten die Lente und bestatteten Salome, ohne daß sich jemand die Mühe gab, ihr nachzureden. (Schluß folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Der deutsche Einheitsschulverein. Der im Oktober 1386 auf einer Versammlung in Hannover begründete „Deutsche Einheitsschulverein" hat dieser Tage das Programm zu seiner zweiten Hauptversammlung versandt, welche am 4. und 5. April dieses Jahres in Kassel stattfinden soll. Indem wir an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, halten wir es für zweckmäßig, die Ziele und die bis­herige Thätigkeit dieses Vereins den Lesern dieser Blätter etwas genauer dar­zulegen.

Bekanntlich ist in den letzten Jahren vielfach der Wunsch ausgesprochen worden, die gegenwärtig bestehende Zweiteilung des höhern Schulunterrichts (das alte Human- gymuasium und das neue Realgymnasium) womöglich zu beseitigen und nnser höheres Schulwesen einheitlicher zu organisiren. In verschiedcuartiger Weise hat mau versucht, die Möglichkeit der Erfüllung dieses Wunsches nachzuweisen, aber die meisten Entwürfe für den Lehrplan einer einheitlichen höhern Lehranstalt, welche veröffentlicht worden sind, leiden an der Einseitigkeit, daß sie von einer großen Abneigung gegen die klassischen Sprachen und besonders gegen das Griechische erfüllt sind. Sie find nämlich größtenteils von Nealschulmcmnern ausgegangen, während aber die Anhänger der Realschule bisher nur die Gleichberechtigung ihrer Anstalt mit dem Gymnasium erstrebten, kämpfen sie jetzt geradezu gegen das Grie­chische, d. h. gegen das Gymnasium selbst; hat doch z. B. Direktor Krummer auf der Versammlung des liberalen Schulvereins Rheinlands und Westfalens 1885 die Frage des Griechischen als den Angelpunkt der Nealschulfrage bezeichnet. Außerdem hat man sich vielfach dazu verleiten lassen, Elemente, welche der Fach­bildung zuzuweisen sind, schon mit der grundlegenden Allgemeinbildung zu ver­mengen und der Schule zuzuweisen. Die so entstandeneu Entwürfe können daher die nicht befriedigen, welche eine einheitliche höhere Schulbildung als Grundlage für alle höhern Bernfsarten für erstrebenswert und möglich halten und welche zugleich im Griechischen den edelsten Kern der Gymnasialbildung sehen, und das sind die, welche sich im Oktober 1886 in Hannover zur Begründung des „Deutschen