David Beronski.
von H. von Schreibershosen. (Fortsetzung.) 10.
ch möchte mit dir reden, Rüben, sagte Jeschka, indem sie ihren Bruder zurückhielt, als er früh in sein Geschäft eilen wollte.
Sie hatte die Nacht durch viel gewacht, oft still vor sich hingeblickt, dann wieder in ihren Sachen herum gesucht, und früh am Morgen war sie fertig gewesen, des Augenblicks harrend, wo sie endlich mit Nuben würde sprechen können.
Was hast du zu reden? fragte Rüben kurz. Ich werde wiederkommen, jetzt habe ich keine Zeit.
Es bedarf nicht langer Zeit, ich muß dich aber jetzt sprechen, hernach ist es zu spät, entgegnete Jeschka bestimmt. Du wirst dich gewundert haben, daß ich soviel abwesend —
Ich habe mich gar nicht gewundert, ich will mich auch nicht wundern, rief Nuben hastig. Ich mag nichts wissen, dn sollst mir auch nichts sagen, ich habe keine Zeit.
Du mußt es aber wissen und mußt Zeit für mich haben. Wenn ich dir sage, ich will es nicht wissen, so heißt das: wenn ich weiß, daß du wieder zu den thörichten Leuten gehst, die den aberwitzigen David bei sich aufgenommen haben, so brauchst du nicht wieder zu mir zu kommen. Bist du toll, daß du dir einbildest, ich würde es zugeben, daß du dahin läufst und mit dem Gojim verkehrst?
Ich möchte nicht im Unfrieden von dir scheiden, sagte Jeschka, und dabei legte sie die Hand auf Rubens Schulter und sah ihn mit einem so eigentümlichen, liebevoll erusten Blicke an, daß Nuben unruhig wnrde.