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Ein böser Geist im heutigen England. 1.
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eder Betrachtung des englischen Nationalcharakters, wie er sich in den letzten Jahrhunderten gestaltet hat, muß, auch wenn sie nicht sehr sorgfältig angestellt wird, mit keinen sehr scharfen Augen ans Werk geht und viel Wohlwollen dazu mitbringt, sehr bald ein unschöner Zug oder ein unerfreuliches Merkmal aufstoßen, das alle Äußerungen desselben beeinflußt, färbt und durchdringt, und das wir deshalb als dessen Hauptfehler oder als den ärgsten von den bösen Geistern bezeichnen müssen, die in seinem Hause umgehen. Die englische Sprache hat für dieses Wesen das Wort Laut, die unfrige keinen Ausdruck, der allen Eigen­schaften desselben vollkommen entspräche; denn Pharisäertum, Gleißnerei, Un- wcchrhaftigkeit, Täuschung, Überhebung, Scheinwesen und damit verwandtes geben immer nur eiuzelue Begriffe wieder, die das Wort umfaßt. Vielleicht gelingt es uns, im Verlaufe der Untersuchung, zu der uns eine kürzlich erschienene Physiologie dieses Asmodi veranlaßt,*) einen deutschen Ausdruck aufzufinden, der allen Inhalt des englischen deckt. Bis dahin werden wir uns des englischen bedienen.

Was die Geschichte des Ausdrucks betrifft, so finden wir ihn bei Shake­speare noch nicht. Vielmehr scheint er erst in den Kreisen der Gegner und Ver­folger des Puritanertums in einem der letzten Jahrzehnte des siebzehnten Jahr­hunderts aufgekommen zu sei« und anfangs das näselnde Psalmensingen dieser Gottesmänner, dann alle Äußerungen ihrer Frömmigkeit, als salbungsvolle

LouvLntioncü Lant, its Kssults !» Konisch b> Acws^ Miitmiui Grenzboten I. 1888.

London, 1887. 48