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Kleinere Mitteilungen.
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Litteratur.

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Verhältnisse dieser Art haben ihre Quelle teilweise in sträflicher Gleichgiltig- keit, teilweise in großem Mangel an Mut und Ehrgefühl. DasGehenlassen" sollte doch ein Ende haben, wenn die Zustände zu haarsträubend erscheinen, und wenn Pflicht und Gewissen es gebieterisch fordern, einzuschreiten. Daß eine ganze deutsche Stadt sich ihr Fleisch durch die Hcmd des Juden zubereiten läßt, das scheint uns doch etwas über den Humor zu gehen, wenn auch der eine oder der andre Wohl geneigt sein möchte, mit einigem Humor sich in sein fürkoscher" er­klärtes Schicksal zu fügen. Mancher macht wohl im Stillen eine Faust im Sack, und wenu mau ganzunter sich" ist, bricht der Unmut wider die Unverschämtheit und Zudringlichkeit Israels los. Selbst unter den Führern des Fortschritts kommt alsdann der Unwille über die jüdische Anmaßung zum Ausbruch; aber wo sind die Männer, die es mit Mut uud Ehrgefühl auch in der Oeffeutlichkeit thun? Möchten sie bald auch iu der Provinzialhaupt- und Universitätsstadt Gießen an der Lahn zu finden sein!

DieVersuche über das kaiserliche Deutschland" von Ernst Lavisse erscheinen der Tagespresse als ein ausnahmsweise unparteiisches und lobenswertes Buch eines Franzosen über Deutschland. Sehr genau können sich die Herren, welche Lavisse so sehr loben, das Werk nicht angesehen haben. Wir geben im folgenden einige Proben von dem, was ein Franzose über Preußen weiß uud seinen Landsleuten zur Belehrung mitteilt.

S. 264:Es ist eine Tradition im Hause der Hohenzollern, daß sich der Fürst täglich den Bewohnern seiner Residenz zeigt. Friedrich der Große wählte dazu den Augenblick, in welchem er sich rasirte: er hing einen Spiegel am Fenster auf und hantirte vor aller Augeu mit dem Rasir- messer. Komödie! wird man ausrufen; ganz richtig, aber zu dem Handwerk eines Fürsten gehört es, Vorstellungen zu geben, uud die Vorstellungen der Preußischen Könige kosten nicht viel."

S. 269:Alle Hunde in Berlin müssen Maulkörbe tragen. Es ist keine Ausnahme gestattet. Herr von Bismarck liebt seine Hunde, die immer um ihn sind und ihn bewachen. Nichts auf Erden könnte ihn dazu bringen, ihnen Manl- körbe anzulegen, als wären sie Eigentum des ersteil Besteu oder gewöhnlichen Sozial­demokraten. Er ist also, wie man mir mitteilt, um eine Ausnahme zu seinen Gunsten eingekommen, ohne sie jedoch erlangen zu können. Deshalb geht er nur selten aus und verläßt Berlin, sobald er nur kann."

S. 270:Vor kurzem fiel in Berlin ein Student im Duell. Seine Korps­brüder bewachten seine Leiche vierundzwanzig Stunden lang, indem sie dabei sangen und tranken."

Litteratur.

Geschichte der christlichen Ethik. Von vr. Theobald Ziegler, ord, Prof. der Philo­sophie in Straßburg. Straßburg, Karl I. Trübner, 1886.

Der Verfasser behandelt ein theologisches Thema als Philosoph. Das ist an sich kein Schade, es kann vielmehr Von großem Nutzen sein, wenn theologische Dinge einmal nicht durch die theologische Brille angesehen werden, und die Sache muß es vertragen können, daß sie von neutralem Standpunkte aus angefaßt wird.