David Veronski.
von H. von Schreibershofen. (Fortsetzung.)
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r ist krank, laß mich meinen Sohn Pflegen, sagte Nebekka andern Tages zu ihrer Schwiegertochter, und ihre welken Hände betteten den Sohn in die Kissen und legten ihm kühlende Blätter auf die heißen, wild pochenden Schläfen.
Ich bin nicht krank, ich bin unglücklich und sehe meines Unglücks kein Ende, murmelten die blassen, schmerzverzogeuen Lippen Davids.
Er wird genesen, nur ein Fieberanfall hatte seinen Geist verwirrt, tröstete sich Nebekka einige Tage später.
Sie löste ihre weiße Kopfbinde, daß die kurzen, ergrauenden Haare auf ihre Schultern herabfielen und ihr Antlitz umgaben wie das einer Sybille.
Er wird genesen! Jene beiden, die seinen Verstand gefangen genommen hatten, sind fort, die Gefahr ist geschwunden. Der Karalte hat Vater und Schwester im Elend verlassen. Möge Krankheit und Unglück sich an seine Fersen heften! Und jener, der sich seinen Freund nannte, der Ungläubige, ist fortgezogen in das Land, aus dem er gekommen ist. Möge sein Fuß nie wieder den Weg hierher finden, und möge Ndonai Zebaoth ihn strafen und verderben!
Sie warf ihr Haar zurück, daß es wild um ihren Kopf flog, und schüttelte drohend die Hand, um ihren Worten mehr Nachdruck zu geben. Ihr Herz war leichter, war doch ihr Sohn nicht schuldig — nein, jene, die ihn verleitet hatten. Es that ihr wohl, ihrem Zorne, ihrem Hasse gegen sie Lust zu machen. Der böse Geist, hoffte sie, würde nun wieder entfliehen, und David Beronski aufs neue eine Leuchte in der Gemeinde sein.