David Beronski.
von H. von Schre ibershofen.
^(Fortsetzung.) 2.
m Rande des Teiches standen einzelne große Birken, und ihre zarten, in steter Bewegung erzitternden Zweige hingen bis auf das klare Wasser herab. Oft versuchten die Ziegen die Spitzen der Zweige zu erHaschen und tollten in eckigen Sprüngen darunter umher, bis sie, des Spieles müde, mit eiligen Sätzen an das andre Ufer des Weihers jagten.
Alexei und David standen Hand in Hand unter den Bäumen, in erregtem, lange andauerndem Gespräch.
Dein Leben ist abgeschlossen und sollte erst anfangen, sagte Alexei endlich. Wie anders hatte ich mir alles gedacht! Ich wollte dich mitnehmen, wollte dein Führer in der neuen Welt sein. David! Kannst du dich nicht wenigstens auf einige Zeit losmachen und mit mir kommen?
Nein, das kann nicht sein! Warum mich in ein Erdreich versetzen, in dem ich nicht wurzeln darf? Würde ich mich doch hernach noch schwerer — nein, nein! Mein Leben ist, wie du selbst sagst, abgeschlossen. Er seufzte tief auf. Du mußt dir einen andern Begleiter suchen — Laß mich das sein!
Hinter einer Hecke, dicht neben ihnen, sprang Rüben hervor, der ihr in russischer Sprache geführtes Gespräch belauscht hatte.
Herr, sagte er, sich tief und demütig vor Alexei neigend, laß mich an Davids Stelle treten, du sollst es nicht bereuen, mein Leben soll dir gehören, nimm mich mit.
Du hast gehorcht, rief Alexei und sah ihn verächtlich an. Pfui! Kann man nicht einmal unter freiem Himmel sicher sein?
Die Worte, die du und David gesprochen, sind bei mir begraben, Herr! Grenzboten I. 1838. 14