David Beronski»
von H- von Schreibershosen. 1.
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uf dem schattenlosen Wege trabte auf feurigem Roß ein Reiter daher. Das Gehöft, das er vor mehr als einer Stunde verlassen hatte, lag nur noch wie ein dunkler Fleck auf der weiten, baumlosen Ebeue, die sich in ihrem gleichmäßigen Grün rings um ihn her ausbreitete. In wenigen Tagen hatte die Sonne mit ihrem glühenden Kusfe Gras und Blumen in üppiger Fülle hervorgezaubert, und der wonnige Frühlingstraum ließ nicht ahnen, daß dieselbe Sonne, die mit ihren heißen Strahlen das frische Grün entstehen ließ, ihm ebenso schnell durch ihre sengende Glut die jugendliche Frische rauben würde, daß sich dann die grünen Breiten gelb färben und das lange Gras mit den weißlichen Flockenbüscheln behängen würden, dem Zeichen des herannahenden Alters, daß der Wind es dann flach auf den ausgetrockneten Boden drücken und mächtige Staubwolken aufwirbeln, sie vor sich her jagen und wie eine graue Decke über Wiese und Feld breiten würde.
Aber das lag noch in weiter Ferne; jetzt grünte alles frisch und herzerquickend, und wie ein leuchtender Edelstein in köstlicher Fassung schimmerte hier der kleine Wasserspiegel, den der scharfe Blick des Reiters schon von weitem erspäht hatte.
Er trieb das Pferd schärfer an und hielt bald im Schatten des Gehölzes, welches den Teich und den davor liegenden Sumpf umgab.
Mit tiefem Atemzuge ließ er seine Augen auf schwanken, blatteichen Baumzweigen, knospenden Hecken und blumenreichen Wegrändern ausruhen. Vielstimmiger Gesang zahlreicher, hier nistender Vögel erfüllte die Luft. Reiher, Störche und fchön gezeichnete wilde Enten belebten den Teich, und aus dem Röhricht des Sumpfes stieg mit schrillem Rufe das scheue Wasserhuhn empor.